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Unsichtbare Dritte, Der (1959)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 22.07.2005, seitdem 937 Mal gelesen
„Der unsichtbare Dritte“ ist ein spannender Hitchcockstreifen, der eine Art Vorläufer zu Filmen wie „Auf der Flucht“ bildet.
Als unschuldiges potentielles Bauernopfer bietet sich hier der etwas großmäulige, aber rechtschaffene Werbefachmann Roger Thornhill (Cary Grant) an. Dieser staunt nicht schlecht, als man ihn entführt und über seine angebliche Arbeit ausfragt – nämlich als Regierungsagent namens George Kaplan. Als Roger die Kooperation verweigert, will man ihn töten, doch er entkommt. Wieder mal wird hier der arme Normalbürger unschuldig verfolgt und wie so oft im Thrillergenre wissen weder er noch Zuschauer, warum eigentlich.
Allerdings greift man Roger nach seiner Flucht auf und bezichtigt ihn des trunkenen Fahrens. Roger will seine Unschuld beweisen, doch auf dem Anwesen, auf das man ihn brachte, ist jeder Spur seiner Geschichte bereits getilgt. Als man ihn noch in einen Mord verwickelt, muss Roger die Kurve kratzen. Auf der Flucht vor Polizei und Spionen versucht er herauszufinden, wer jener ominöse George Kaplan ist…
„Der unsichtbare Dritte“ ist quasi der Prototyp des Fluchtfilms, was sowohl Vor- und Nachteile hat. So erweist sich „Der unsichtbare Dritte“ als relativ actionreicher Film Hitchcocks, der mit einigen Verfolgungsjagden aufwarten kann. Am bekanntesten ist sicherlich der berühmte Flugzeugangriff und alle Actionszenen sind auch recht spektakulär inszeniert, doch mit heutigen Produktionen kann er nicht mehr mithalten.
Da liegt dann auch letztendlich der Hund begraben, denn mit dem Fokus auf Schauwerte geht eine für Hitchcock-Verhältnisse nicht unbedingt komplexe Story einher: Man erfährt bereits relativ früh, was es mit George Kaplan auf sich hat und wirklich überraschende Wendungen bietet die Geschichte leider nur selten. So fehlt es einfach an den raffinierten Clous, die viele andere Filme des Suspense-Genies auszeichnen, denn „Der unsichtbare Dritte“ ist ein eher simpler Fluchtthriller. So bleiben die Bösewichte nur ein nebulös beleuchteter, feindlicher Spionageringe und sonderlich viel Komplexität besitzt der Plot schlussendlich nicht.
Doch auch wenn der Plot eher simpel ist, so filmt Hitchcock ihn doch ziemlich spannend ab. Trotz der Lauflänge von rund 136 Minuten fühlt sich der Zuschauer nie gelangweilt und auch wenn das Tempo höher sein könnte, so leistet sich die Flucht von Mr. Thornhill keine Hänger. Einfallsreich porträtiert Hitchcock wie der Gejagte seinen Verfolgern immer wieder ein Schnippchen schlägt und sich dabei nicht auf Gewalt oder Muskeln, sondern sein Köpfchen verlässt (z.B. wenn Thornhill in der Falle sitzt und eine Auktion aufmischt, um herauszukommen).
Beim Blick auf die Schauspieler sollte man zudem immer im Blick haben, dass man zur Entstehungszeit von „Der unsichtbare Dritte“ noch nicht so auf hohe Schauspielkunst achtete und die Mimik etwas übertrieben erscheint. Doch recht ordentliche Jobs macht die Besetzung schon, wobei vor allem James Mason als gelassener Fiesling einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
„Der unsichtbare Dritte“ ist ein spannender, aber für Hitchcock-Verhältnisse simpler Fluchtthriller. Zwar ohne größere Hänger, aber die Raffinesse, welche „Psycho“ oder „Das Fenster zum Hof“ zu Klassikern machte, fehlt hier ein wenig.
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