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Ansicht eines Reviews
Unsichtbare Dritte, Der (1959)
Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 28.12.2003, seitdem 819 Mal gelesen
„Der unsichtbare Dritte“ hat Filmgeschichte geschrieben und zwar als das Werk von Hitchcock, das am komplettesten ist, als Mix aus Thriller, Abenteuerkomödie und Lovestory. Man kann das durchaus vertreten, denn der Film ist spannend ohne Pause, weil sich Hitchcock erneut als Meister des Suspense erweist, so weiß der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt mehr als die Hauptfigur Cary Grant, der hier immer mehr vom Regen in die Traufe gerät, ohne sich darüber im klaren zu sein, weshalb die Dinge so geschehen. Die Einführung der verführerischen Blondine Eve Kendall bringt schließlich noch die Liebe ins Spiel, ist jedoch gleichzeitig weiterer Spannungsfaktor, da sie von Anfang an undurchsichtig ist und etwas im Schilde zu führen scheint, die Dialoge Roger sind gespickt mit flotten Sprüchen und Seitenhieben.
Es ist unglaublich, wie Hitchcock es schafft, mehrere Genres derart eindrucksvoll zu kombinieren und dabei noch eine Story zu erzählen, die höchste Aufmerksamkeit erfordert. Gerade das ist aber gleichzeitig ein möglicher Kritikpunkt, da man sich von „Der unsichtbare Dritte“ erst bei mehrfacher Ansicht richtig unterhalten lassen kann. Zwar ist dann der Überraschungseffekt weitgehend weg, aber beim ersten Mal den hundertprozentigen Durchblick zu haben, ist schier unmöglich.
Die zwei bekanntesten Sequenzen gingen schließlich in die Geschichte ein (Verfolgung eines Flugzeuges irgendwo im Nirvana, Finale auf dem Mt. Rushmore), doch nicht nur diese beiden bleiben in Erinnerung. So ist auch der Vorspann zur treibenden Filmmusik von Bernard Herrmann höchst einfallsreich, die komplette Passage im Zug ist in Sachen Spannung nur schwer zu toppen.
Selbstverständlich kann man hier ohne Bedenken von einem Meisterwerk des Films sprechen, dessen ausgewogene Erzählweise bis heute selten erreicht wurde und das jeder Filmfan gesehen haben sollte, obwohl man die Klasse nach Erstansicht nicht so richtig einzuschätzen vermag.
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