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Irgendwann in Mexico (2003)

Eine Kritik von McHolsten (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 02.10.2003, seitdem 280 Mal gelesen


Mit einem lachendem und einem weinendem - verzeihe mir Johnny - Auge verließ ich das Kino; im Zwiespalt zwischen der Genugtuung ob der menschenverachtenden Gewaltszenen, die ein gutes Dutzend des überwiegend weiblichen Publikums veranlassten das Kino vorzeitig zu verlassen (*snief Johhhhhnyyy..... *snief*) und des eigentlich absolut beschissenen Filmes, der eben nur von diesen Gewaltszenen und "Jooooohny" lebt. Auf dem Nachhauseweg musste ich demnach herzhaft lachen; dies brachte mir schon im Kino Unverständnis entgegen, aber was soll’s. Man kann es nicht jedem Recht machen. Ich glaube Rodriguez hat sich mit seinem neuen Machtwerk, das eines Alan Smithee würdig ist, wieder in die absolute C-Liga zurückkatapultiert. Ich erinnere mich GENAU an ein Interview mit der "Focus", wo Rodriguez behauptete, das er nie wieder einen Gewaltfilm drehen wolle - hätte er auch mal lieber getan...oder zumindest einen Film um die Gewaltszenen drumherum. Denn wie gesagt: "Irgendwann in Mexiko" ist...hach guckt ihn Euch einfach selber an. Ich habe auch Eure Reviews gelesen, die allesamt mies waren - dennoch: FSK18 + Gewalt lockt dann doch mehr! ^^
Und diese Freigabe hat mich Anfangs noch verwundert, denn was passiert? Inmitten von "tollen" Pyroeffekten purzeln die bösen Buben quer durch die Luft wie es einst so schön wie in "Türkish Star Wars" per Trampolin erfolgte. Wo waren die blutigen Einschüsse, die man erwartet? Später kamen sie, aber dann richtig. Pausenlos nur Gewalt und Zerstörung und zynische menschenverachtende Szenen....die dennoch - mag man den Humor - doch recht geil rüberkamen (ich sage nur: Stierkampf....wuhahahahaha). Ansonsten hat der Film nicht viel zu bieten. Im Intro werden zwar Stars en Masse aufgezählt, jedoch sind deren Rollen so mickrig, das es einem schon leid tut. Vor allem meine Faves Willem Dafoe und Danny Trejo sind ein müdes Abziehbild ihrer selbst und selbst Antonio Bandera hat schonmal besser ausgesehn. Darstellerisch einzig und allein überzeugend ist Johnny Depp als ähh....FBI/CSI(?) Agent. Dieser sorgt für die markigen Sprüche und lässt alle anderen alt aussehen.
So taumeln sie durch Szene und Szene und die Handlung zieht sich wie ein Kaugummi unter den Schuhsohlen dahin. Sicherlich hätte das Drehbuch mehr Potential gehabt, hätte es Rodriguez nicht selber geschrieben. Der Pedant zu Olaf Ittenbach, der lieber "nur" die Effekte machen soll? Ja, denn Rodriguez hat sich hier absolut überworfen und zieht die beiden ersten tollen Teile der "Mariachi"-Triologie in den Wüstenstaub...

Fazit: Als "Desperado"-Nachfolger indiskutabel, als Actioner nur mässig, für Gewaltfans zwei Blicke wert....und keinesfalls mehr als 4 Euro am Kinotag!!!!!!!!!!!!!!!

P.S: Mir ist bewusst das dieses Review genauso lahm und zäh wie der Film ist; aber für solch einen Rotz strengt man sich auch nicht an... ^^ ;-)


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