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Irgendwann in Mexico (2003)

Eine Kritik von Ebert (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 09.12.2003, seitdem 599 Mal gelesen


Once upon a time in Mexico (/10)

Vorsicht: Spoiler

Von Rodriguez wurde ja mal gesprochen als ein innovativer Regisseur, der durch seine Kamerafahrten (El Mariachi) das Genre belebt haben sollte. Was er aber hier abliefert, ist ein langweiliges, wenig innovatives Stück Kino, das den Zuschauer schnell langweilt.

Dabei ist der Film technisch nicht schlecht gemacht. Was stört, sind eher die andauernden auf cool getrimmten Erschießungsszenen, in denen schon mal Kunstblut auf die Filmlinse spritzt (so wenn Johnny Depp den Koch erschießt, weil der fettarmes Huhn unschmackhaft zubereitet hat). Selten habe ich so viele Kopfschüsse und Erschießungen in Nahaufnahme gesehen, dass ich schnell den Wunsch hatte, Dawn of the Dead in den DVD-Player zu schieben.

Zu Johnny Depp: Das er sich für einen solchen Schlocker hergibt, ist unvorstellbar. Er ist eine absolute Fehlbesetzung, und die Szene, in denen er ohne Augen durch die Strassen torkelt, und nach Gehör Kopfschüsse platziert, ist peinlich und unter seiner Würde.

Zu Salma Hayek: Sie wird auf dem Cover und im Vorspann groß angekündigt, dient aber nur dazu, einen Flashback heißer zu machen. Warum sie und Banderas zwar beide erschossen werden, er aber wie durch ein Wunder überlebt, ist mir ein Rätsel (und wahrscheinlich dem Regisseur auch).

Der einzige Lichtblick ist Danny Trejo, der mit seiner zerfurchten Knastfresse etwas Machostimmung in diesen Schinken bringt. Er wird zwar bald daraufhin erschossen, aber immer wenn er auftaucht, gibt es dem Film Flair und Unterweltspannung.

Mickey Rourke, ein wirklich schlechter und bemitleidenswerter Mime dritter Klasse, darf tuntig in die Kamera blicken, nuscheln und einen Zwergpinscher hinter seinem Rücken verstecken. Dafoe ist auch auf dem absteigenden Ast, seine Visage ist nur für kurze Auftritte gut, danach wird abgeblendet.

Nicht nur diese Mimen sorgen für einen Schlocker vom Feinsten: was mit persönlich missfiel, was die latente Gewaltverherrlichung dieses Streifens. Menschen fliegen erschossen durch die Luft, Kopfschüsse lassen Blut an die Wand fliegen, Erschießungen etc. Und alles mit einem Unterton, der die ganze Gewalt so schön zelebriert und als filmisches Stilmittel missbraucht, jedoch den faschistoiden Unterton trotz aller Coolness nicht verhehlen kann.

Ich rate ab.


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