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00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter (1994)

Eine Kritik von DrBenway (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 18.10.2010, seitdem 659 Mal gelesen


00 Schneider ist einer der Filme, den die einen bereits nach 20 Minuten wutentbrand aus dem Fenster pfeffern und die Anderen voller Erstaunen und Erfurcht gleich dreimal hintereinander laufen lassen. Beides sind absolut nachvollziehbar. Helge Schneider versucht in seinem zweiten Spielfilm nicht es jedem recht zu machen und für jeden was zum Schmunzeln einzubauen. Der Film ist Zielgruppenhumor der extremsten Sorte. Eine Lektion in Sachen Wahnsinn.

Auf eine ausgeklügelte und einmalige Handlung legte man hier auch keinen großen Wert: Der exzentrische Kunstsammler Nihil Baxter erschlägt "aus Versehen" den Clown Metulski, der ihm ein kaputtes Auto verkauft hat. Der eigentlich bereits pensionierte Kommissar 00 Schneider und sein kettenrauchender Assitent Helmut Körschgen nehmen die Verfolgung auf.

Bei einem Schneider-Film ist die Handlung auch eigentlich eher zweitrangig. Auf was es ankommt, ist den Personen auf der Leinwand bei ihrem Treiben zu zu sehen und sich zu fragen, wie man auf so einen Unsinn kommt. Und 00 Schneider hat wirklich einiges davon: Die skurrilen Figuren (wirklich jede Einzelne ist eine Klasse für sich), die, meistens in die Absurdität abdriftenden Dialoge ("Hatte ihr Sohn irgendwelche Hobbys?", "Er verkaufte Autos?", Wie viel?", "Eins") und irgendwelche Szenen die, unwichtig, ob sie direkt etwas mit der Handlung zu tun haben, einfach für sich sprechen (man denke an die köstliche Krankenhausszene oder die surreale Einstellung im Neandertalmuseum). Hinzu kommt noch die herrlich-trashige Machart. Andreas Kunze muss hier schonmal den Tiger spielen und das das Flugzeug am Ende aus Holz zusammengeschustert ist, ist unübersehbar.

Man darf hier auf GAR KEINEN FALL eine normale Krimikomödie erwarten. Helge Schneider setzt hier jeglichen Realismus und jegliche Logik außer Kraft. Und genau deshalb ist der Film so extrem perfekt. Statt auf ewig gleiche Gags zu setzen, die das Publikum bereits zu Tode langweilen, setzt Schneider hier sein eigenes Ding durch, mit dem er das Publikum allerdings dann wieder überfordert. Kurz gesagt: Man muss wissen worauf man sich einlässt, sonst geht man Gefahr furchtbar genervt oder furchtbar wütend zu werden. Aber wenn dieser Mann Regie und Hauptrolle hat, dann ist man sowieso selber Schuld wenn man nicht weiss was einen erwartet.



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