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Iron Monkey (1993)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 07.12.2009, seitdem 422 Mal gelesen


Yuen Woo-Ping hatte bereits für Tsui Harks „Once upon a Time in China“ die Kampfszenen choreographiert, beim Prequel „Iron Monkey“ durfte dann er dann sogar Regie führen.
Bevor jedoch der kindliche Wong Fei Hung (Tsang Sze Man) und sein Vater Wong Kei Ying (Donnie Yen) auftauchen, erzählt „Iron Monkey“ von seinem titelgebenden Volkshelden, mit bürgerlichen Namen als Dr. Yang (Yu Rong Guang) bekannt. Dieser ist eine Art chinesischer Robin Hood, der die fiesen Regierungstruppen beklaut und den Armen die Beute zukommen lässt. Auch unter den Armen lässt Iron Monkey keine Ungerechtigkeit zu, ist also ein absolut gerechter Typ.
Die Bezirksregierung verzweifelt, schließlich steht demnächst eine Überprüfung an, und selbst herbei georderte Shaolinmönche werden von Iron Monkey spielend besiegt. Also sperrt man flugs alle Leute ein, die etwas mit Affen zu tun haben oder gut kämpfen können, darunter auch Wong Kei Ying nebst Sohnemann. Dabei macht „Iron Monkey“ deutlich, dass es unter den Truppen solche und solche gibt, denn nicht nur fiese Vollstrecker dienen der Regierung, sondern auch ein freundlicher, gerechter Hauptmann, der sogar mit Dr. Yang befreundet ist.

Um die Freiheit für sich und seinen Sohn zu erlangen, bietet Wong Kei Ying an den Iron Monkey zu fangen. Doch als gerechter Fighter kommen auch ihm bald Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns…
Wer die „Once upon a Time in China“-Saga kennt, der dürfte sich auch bei „Iron Monkey“ direct heimisch fühlen, denn auch Yuen Woo-Pings Film funktioniert nach diesem Schema. Die epische Dimension und die Breitwandpanoramen von Tsui Harks Starfilm fehlen hier leider, stattdessen bietet „Iron Monkey“ in erster Linie das gewohnte Gekloppe auf Marktplätzen und in Wohnhäusern, alles stimmig umgesetzt, allerdings nicht besonders innovativ oder neu, da merkt man schnell, dass Yuen Woo-Ping hier doch eher Hausmannskost und nicht unbedingt eine Neuerfindung des Genres fabriziert hat.
Immerhin handelt es sich hier um versiert erzählte Hausmannskost, die keineswegs überrascht, aber auch keine Hänger zu verzeichnen hat. Natürlich ist von Anfang an klar, dass sich Doktor und Heldenpapa zusammenraufen werden, für den persönlichen Antrieb zaubert „Iron Monkey“ kurz vor Schluss noch eine Erzfeindschaft zwischen Wong Kei Ying und dem bösen Inspektor hervor, der den fiesen Stadthalter ersetzt und aus Boshaftigkeit übertrifft, aber mehr als eine immerhin sehr temporeiche Verbindung der Fight-Einlagen ist das Ganze unterm Strich dann nicht. Gelegentlich lockern humoristische Einlagen das Ganze auf, z.B. wenn sich Dr. Yang und seine Liebste in (reichlich durchschaubarer) Verkleidung als Regierungsinspektoren ausgeben und den Stadthalter um Knete zu betuppen, was wiederum an diverse Robin Hood Verfilmungen aus Hollywood denken lässt.

Hauptsächlich geht es hier aber um kunstvolle Auseinandersetzungen mit Fäusten, Füßen und jedweder greifbaren Waffe. Gelegentlich wird der Wirework-Einsatz ein wenig viel, aber das Gebotene überzeugt mit der Agilität seiner Kämpfer, die sich ausgiebig auf die Mütze geben. Highlight sicherlich das Finale, in dem das Heldenduo gegen den Übelwicht mit seiner Todespranke vorgeht und man sich schließlich auf Pfählen inmitten eines Flammenmeers bekriegt. Sicher ist nicht jede Choreographie dermaßen ausgefallen, aber ziemlich schick sind die Fights durchweg.
Nach seiner Rolle als Bösewicht „Once upon a Time in China 2“ gibt Donnie Yen hier wieder den Helden und das durchaus charismatisch, auch wenn er in anderen Rollen da noch überzeugender war. Tatsächlich kommt Yu Rong Guang hier doch etwas schnittiger und einprägsamer rüber, dominiert den Film mit seiner Präsenz, so gut Yen ihm auch contra gibt. Der Rest vom Cast schlägt sich ebenfalls wacker, kommt aber auch nicht an Guangs Leistung heran.

„Iron Monkey“ ist ein schöner Kung Fu Film neueren Datums, versiert inszeniert und flott erzählt, aber ohne den Actionoverkill von Yuen Woo-Pings „In the Line of Duty IV“ oder die epische Dimension vom ersten „Once upon a Time in China“. Gute Genreunterhaltung, besser als die Sequels zu Tsui Harks Megahit, aber noch einen Schritt von der Spitzenklasse entfernt.


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