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Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All (1971)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 14.10.2006, seitdem 818 Mal gelesen
Sehr ruhige, aber dennoch wirklich gelungene Crichton-Adaption, die zu den frühesten Verfilmungen des „Jurassic Park“-Autors gehört.
In einem kleinen Wüstenkaff setzt ein seltsames Massensterben nach dem Niedergang einer Raumkapsel dort ein. Man stellt den Bereich unter Quarantäne und fliegt Wissenschaftler ein, um das Ganze zu untersuchen. Im Ort können sie nur noch ein Baby und einen alten Trinker lebend vorfinden, der Rest ist unter seltsamen Umständen gestorben oder hat Selbstmord begangen. Gerade zu gespenstisch und sehr bedrückend kommt diese Vision herüber und zählt zu den eindrucksvollsten Szenen des ganzen Films.
Das Team unter der Leitung von Dr. Jeremy Stone (Arthur Hill) birgt die Überlebenden und die Kapsel, um sie in einem unterirdischen Forschungslabor zu untersuchen. Doch die Zeit drängt, denn was immerhin das Sterben ausgelöst hat, ist freigesetzt und könnte andere Gegenden bedrohen...
„Andromeda“ verzichtet auf böse Aliens, Panikmache und sonstige Scherze. Für den Tod muss ein Virus oder eine Mikroorganismus zuständig sein und gegen diesen hilft keine rohe Gewalt, sondern nur Forschung. So verzichtet „Andromeda“ quasi vollständig auf Schauwerte, lässt vor allem die Bilder (wie z.B. die Aufnahmen der Geisterstadt) für sich sprechen und baut dabei eine sehr dichte, packende Atmosphäre auf. Auch die Forschung im Labor ist einfach nur durch Dialoge und neue Erkenntnisse stets spannend, was man dem Film hoch anrechen muss.
Selbst die lange Einführung, welche die Charaktere und die Situation vorstellt und anschließend noch in ziemlicher Breite zeigt, welche Sicherheitsmaßnahmen man im Labor über sich ergehen lassen muss, wirkt nie langweilig oder uninteressant, sondern sehr realistisch und gerade dadurch spannend. Sicher muss man sich auf die (gerade aus heutiger Sicht) sehr langsame, teilweise durchaus langatmige Erzählweise einlassen, doch Robert Wise’ Film scheint nie weit weg von der Realität zu sein (vor allem in Zeiten bakterieller Kriegsführung). Nicht umsonst behauptet der Film zu Beginn, die Ereignisse seien angeblich war und würden bald veröffentlicht, was natürlich nicht stimmt.
Neben dem etwas gewöhnungsbedürftigen Stil sind es dann nur kleine Details, die an „Andromeda“ stören. Da wäre der trottelige Klischee-Simpel, der das Nachrichtengerät bedient, vor allem aber das künstlich auf spektakulär getrimmte Finale. Zum Schluss muss es halt noch mal rundgehen, urplötzlich tun sich noch mal große Schwierigkeiten auf, doch es mag einfach nicht zum Rest vom Film passen und wirkt daher nicht überzeugend. *SPOILER* Auch die Tatsache, dass Andromeda einfach so mutiert und ungefährlich wird, zieht das Ende etwas hinab. Vielleicht wäre eine Massenimpfung oder ähnliches als Finale würdiger gewesen als die gekünstelte Beinahe-Explosion des Labors. *SPOILER ENDE*
Schauspielerisch gibt es hier auch nichts zu meckern, Awards mag man vielleicht nicht verteilen, aber das Hauptdarstellerquartett aus Arthur Hill, David Wayne, James Olson und Kate Reid harmoniert wirklich gut und spielt die verschieden veranlagten Wissenschaftler überzeugend. Die Nebendarsteller haben dagegen kaum Screentime.
Man muss sich auf die langsame Erzählweise von „Andromeda“ einlassen und kleine Schwächen sind auch zu verzeichnen, doch davon abgesehen bekommt hier einen spannenden und vor allem realistischen Katastrophenthriller zu sehen, der auf Schauwerte quasi gänzlich verzichtet.
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