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Daredevil (2003)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 21.06.2003, seitdem 2737 Mal gelesen


Zu Zeiten des Wiederauflebens der Comicverfilmungen schickt Mark Steven Johnson auch "Daredevil" ins Rennen, dessen Durchschnittlichkeit jedoch keinen Knüller im Genre zulässt. Die Vorgeschichte um den über Superkräfte verfügenden Matt Murdock alias Daredevil (Ben Affleck), der als Junge durch eine Chemikalie sein Augenlicht verlor, dafür aber seine übrigen Sinne an Schärfe gewannen, ist noch recht interessant gestaltet, doch ab der Ermordung seines Vaters setzt sich nur ein recht abgenudelter Plot mit Rachegedanken, Doppelleben und Liebe fort.

Überraschend ist nur noch die Härte, die auch die Guten trifft. Dazu ist Daredevil ein fragwürdiger, Selbstjustiz anwendender "Held". Seine kompromisslose Beseitigung der Großstadtkriminalität entfacht einen inneren Konflikt, was wir positiv in der Welt der Comicverfilmungen vermerken können. Doch ansonsten sind die Themen wenig innovativ und werden beinahe aus Pflicht dem an Hollywoodfilme gewöhnten Kinopublikum gegenüber schlaff heruntergespult. Von Null auf Hundert wird aus einem Treffen mit Elektra (Jennifer Garner) eine tiefe Liebesbeziehung. Den Charakteren wird dabei nur wenig Platz zur freien Entfaltung geboten. Paradoxerweise werden dann trotzdem auch noch prinzipiell überflüssige Szenen ihrer Liebschaft präsentiert, sodass die uns dargebotenen Einblicke in die ganze Beziehung zwischen Elektra und Matt doch scheinbar schlecht gewichtet sind. Etwas besser ist die Verteilung der Actionsequenzen, die im Großen und Ganzen aber noch üppiger hätten ausfallen können, denn das Gezeigte ist noch zu wenig, um in dieser Hinsicht vollends zufrieden sein zu können.

Die Kämpfe nehmen mitunter durch das oftmals auffällige Postieren der Protagonisten bei Beginn stellenweise schon den Charakter eines PC-Prügelspielspiels an, was für eine comichafte Stimmung auch recht fördernd sein kann. Allerdings täuscht über die nur mittelmäßige Choreographie der ab und zu auch in geringeren Bildern pro Sekunde präsentierten Fightszenen die doch relativ flotte Schnitttechnik nicht hinweg. Ein- oder zweimal gehen die Zeitlupeneinstellungen auch über ihre Definition hinaus und werden zu in Mode gekommenen Bullet-Time-Sequenzen. Optisch begeistert alles nicht mehr so wie es vielleicht vor drei Jahren der Fall wäre, doch immerhin zeigen sich bei der Darstellung von Matts visueller Sicht der Dinge noch innovative Aspekte. Erfreulich ist auch das überwiegend düster gestaltete Bild, das eine passende Atmosphäre ermöglicht.

Nicht ganz so gut sind die mit wenigen Ausnahmen nur mäßigen Leistungen der Akteure. Ben Affleck ist aus meiner Sicht nicht die optimale Wahl für die Rolle des Daredevil, Jennifer Garner bleibt zu blass und Colin Farrell als Bullseye agiert etwas zu überheblich, aber immerhin mit sichtlich Spaß an der Arbeit. Doch ebenso wie das Feuer in der Darstellerriege größtenteils nicht wirklich zünden will und es nur bei einem Funken bleibt, so verhält es sich auch mit dem gesamten Film. Deshalb nur ein durchwachsener Beitrag für das Genre. (5+/10 Punkten)


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