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Hexen - Geschändet und zu Tode gequält (1973)

Eine Kritik von KillBill-75 (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 22.02.2012, seitdem 233 Mal gelesen


Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen Fassung eines gebrannten, in einschlägigen Kreisen als Filmbörsen-DVD bezeichneten Bootlegs, dessen Ursprung nicht nachvollziehbar ist.


Nach Jess Francos monumentalem Historien-Epos "Der Hexentöter" und Michael Reeves ebenfalls um historische Fakten bemühten Inquisitions-Exploiters "Der Hexenjäger" entstand 1970 im Fahrwasser der sogenannten Hexploitation-Movies Adrian Hovens Beitrag "Hexen bis aufs Blut gequält", ein deutscher Film um spätmittelalterliche Hexenjagden in Mitteleuropa mit internationaler Starbesetzung. 
Zu zwei Dritteln von Hoven inszeniert, der auch das Drehbuch unter Pseudonym schrieb, wurde in den Credits lediglich Michael Armstrong genannt, der jedoch aufgrund seiner Drogen-Eskapaden "nur" ein Drittel inszeniert hatte.

Der Erfolg des sehr brutalen und in mehreren Ländern auf dem Index stehenden Werkes führte drei Jahre später zu der Fortsetzung " Hexen - geschändet und zu Tode gequält", der ebenfalls - wie auch der erste Teil - mit dem englischen Titel "Mark Of The Devil" international vermarktet wurde. 
Beide Filme genießen heutzutage in einschlägigen Fankreisen Kultstatus und zählen zweifelsfrei zu den härtesten und schockierendsten Vertretern des Genre.

Nach Christopher Lee, Vincent Price und Herbert Lom übernahm nun der international bekannte Charakterdarsteller Anton Diffring (sowohl in Meisterwerken wie "Fahrenheit 451" als auch in weniger anspruchsvollen Produktionen wie "Sieben Tote in den Augen der Katze" beheimatet) die Rolle des sadistischen Inquisitors, dessen Rolle auf wahren Begebenheiten beruhen soll.

Wieder einmal steht der Aberglaube, aber auch die Willkür des Inquisitors im Vordergrund der Handlung, der seinen Einfluss zu seinem persönlichen Vorteil ausnutzt Verhaftungen und Verurteilungen zu vollstrecken, um sich fremden Besitz anzueignen oder sexuelle Gefälligkeiten gegen Strafaussetzung zu erpressen.

Inszenatorisch qualitativ auf sehr hohem Niveau besticht der Film vor allem durch seine authentischen Dialoge, den imposanten Kulissen und Kostümen, die die dargestellte Epoche perfekt ins rechte Licht rücken. 
Unter Verwendung originaler, mittelalterlicher Folterinstrumente werden nicht nur die Daumenschrauben angelegt, die Messlatte an graphisch dargestellten Foltereinlagen erreicht ungeahnte Höhen - auch wenn sie nicht den Großteil der Handlung ausmachen, so sind die wenigen Szenen dieser Art zumindest so intensiv gespielt und in Szene gesetzt, dass sie ihre Wirkung keinesfalls verfehlen. 
Vor allem die Schändung einer jungfräulichen Novizin durch einen Folterknecht ist - obwohl keinesfalls explizit dargestellt - durch geschickte Kameraeinstellungen so schockierend inszeniert, dass sie wie ein Tritt in die Magengrube des Zuschauers wirkt.

Die Handlung ist geradlinig und nachvollziehbar gestrickt und entwirft ein exaktes Bild damaliger Verhältnisse.
Zwar weniger prominent besetzt wie noch der Vorgänger - so überzeugen zumindest Erika Blanc in der Rolle der Gräfin von Salmenau und Anton Diffring als skrupelloser Hexenkommisar Balthasar von Ross. 
Johannes Buzalski und Reggie Nalder, die bereits aus "Hexen bis aufs Blut gequält" bekannt sind, füllen hier nahezu identische Rollen aus, während Herbert Fux aus dem Original gegen einen nicht minder glaubwürdigen, äußerst grobschlächtig und sadistisch veranlagten Folterer ersetzt wird, der den Delinquenten notfalls mit bloßen Händen den Hals umdreht.

Ohne zu übertreiben, aber der Titel "Hexen - Geschändet und zu Tode gequält" passt wie die Faust aufs Auge. Neben der gelungenen Skizzierung mittelalterlichen Aberglaubens und der Schurkerei der Inquisition, bietet Hovens Exploiter die komplette Bandbreite an Sadismen, Brutalitäten und sonstigen Greueltaten. Erica Blancs Dekollete´ist zwar üppig und freizügig, doch zumindest in sexueller Hinsicht hält sich der Film - bis auf beschriebene Vergewaltigung und den Versuch einer solchen - eher zurück. Die Kleider sind knapp geschnitten und die Busen der Darstellerinnen sehr einladend - doch allzu viel nackte Haut darf der Zuschauer hier nicht erwarten.

Insgesamt ein sehr gelungener Beitrag zum Genre, wenn auch das Finale zu sehr in die Länge gezogen und das eigentliche Ende des Films zu abrupt und unbefriedigend ist. 
Trotz eines seichten Happy Ends bleiben viel zu viele Fragen unbeantwortet und schmälern den positiven Gesamteindruck des Films um mindestens einen Punkt!

7/10


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