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RoboCop (1987)

Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 14.04.2002, seitdem 1520 Mal gelesen


Kurz nach der Veröffentlichung vom Actionklassiker "Der Terminator" war die Finanzierung von einem weiteren Cyborg-Science-Fiction-Film kein Problem mehr. Wer aber einen müden Abklatsch des starren T-1000 erwartet, wird enttäuscht. Denn hier drehte niemand anderes als der provozierende Holländer Paul Verhoeven, der sich damals nach Hollywood wagte.

Anstatt eine Roboter-Action zu filmen, wurde "Robocop", wie viele seiner späteren Filme zu augenzwinkernden Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft, auf die Oberflächlichkeit der 80er Jahre, auf die Konsumgesellschaft der Reagan-Ära und (im Besonderen) auf die verhaßten Yuppies. Diese zynischen Kommentare werden in einem straffen, sehr harten Actionstreifen präsentiert, der speziell kameratechnisch voll und ganz überzeugt. Verhoeven versteht es, auch mit kleinen Budgets tolle Bilder und actionreiche Sequenzen zu realisieren.

Auch an gut agierenden Darstellern hat Verhoeven nicht gespart. Peter Weller bewegt sich dank Method-Acting-artiger Vorbereitung unglaublich statisch und graziös zugleich. Nancy Allen, vorher in den düsteren Filmen des Brian DePalma ("Blow Out", "Carrie") zu sehen, spielt als maskuline Polizisten komplett gegen ihr Image an. Und der ober-ekelige Miguel Ferrer verkörpert einen der unsympathischsten Yuppies der Filmgeschichte.

Das die Story nicht den ganzen Film tragen kann, da die schlichte Cop-kommt-von-den-Toten-zurück-und-nimmt-Rache-Geschichte ganz einfach nicht ausreicht. Und auch die Musik ist eher unauffällig und unatmosphärisch (man schaue sich nur einmal den amerikanischen Trailer an, wo das "Terminator"-Thema von Brad Fidel benutzt wurde, um nur ein wenig an Stimmung zu generieren).

Verhoeven war schon immer ein Freund deftiger Bebilderung seiner Visionen. So auch bei "RoboCop". Harte Szenen, Blut und weggefetzte Körperteile kommen nicht selten bei "RoboCop" vor. Natürlich bekam Verhoeven sogleich Ärger mit der MPAA, die ihm sofort ein X-Rating anhängen wollte. Der Regisseur musste viele seiner Szenen für ein R-Rating hinunterschneiden. Und auch unsere deutsche Version basiert auf der geschnittenen Version - die prompt von der FSK noch mal beschnippelt wurde.

Es ist ein Segen für jeden Filmfan, dass MGM nun eine wirklich schicke DVD-Box veröffentlicht hat, in der der Film (nun JK-geprüft) endlich seine komplette Wirkung innehat. Alle harten Szenen sind enthalten; man kann die X-Rating-Version goutieren.


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