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Legenden der Leidenschaft (1994)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 07.10.2004, seitdem 471 Mal gelesen


Regisseur Edward Zwick gelang 1994 mit "Legenden der Leidenschaft" ein Meisterstück. Ganz in der Tradition großer Famliendramen schildert sein Werk in epischer Breite den von Höhen und Tiefen gezeichneten Werdegang dreier Brüder, deren einst so geordnetes und fröhliches Leben durch dem Tod des bereits verlobten Samuel in den Wirren des ersten Weltkrieges mehr und mehr aus den Fugen zu geraten droht.
"Legenden der Leidenschaft" vereint all die bewährten Zutaten eines klassischen Familienepos, die für einen waschechten Evergreen essentiel sind: Große Gefühle, dramatische Schicksalsschläge und atembraubende Panoramabilder sorgen dafür, daß die gut 2 Stunden wie im Fluge vergehen. Ja es hätten auch gut und gerne 3 oder 4 werden können, ginge es nach mir...
Seinen Anfang nimmt die Saga im ausgehenden 19. Jahrhundert, legt ihren Schwerpunkt auf die Jahre es ersten Weltkrieges und endet in den düsteren Jahren der Prohibtion. Stets im Mittelpunkt steht die heimische Ranch inmitten der unberührten, wunderschön eingefangenen Natur, die zugleich Dreh- und Angelpunkt der einzelnen Schicksale und auch ewiger Zufluchtsort ist. Dort beginnt neues Leben, dort finden sich Menschen, dort endet es. Die Familien-Toten werden mit indianischen Traditionen an einem nahegelegenen Steilhang beigesetzt und ihre zahlreicher Grabsteine stehen letztlich wie ein alles überdauerndes Mahnmal für das Leben und die Erinnerung.
Selten war ein Drama abwechslungsreicher, waren Schauplätze faszinierender und Charaktere symapthischer als in Edward Zwicks zu recht oskarprämierten Geniestreich. Zu Verdanken hat "Legenden der Leidenschaft" sein so brilliantes Gelingen neben der tollen Regieleistung Zwicks und der fesselnden Dramatik vor allem seinen tollen Darstellern. Neben dem alles überragenden "Fels in der Brandung" Anthony Hopkins in der Rolle des unerschütterlichen, die Zeitenüberdauernden Familienoberhauptes (selten war filmisches Altern realistischer dargestellt) ist es hauptsächlich Brad Pitt als Tristan, der zusammen mit der groß aufspielenden Julia Ormond den Film geradezu spielend dominiert und andere, vielleicht nicht ganz so charismatische Charaktere wie den Aidan Quinns teils deutlich an die Wand spielt. Doch dies soll keine Kritik an den Leistungen Letztgenannter sein, auch Sie überzeugen durchweg und besitzen allesamt einen festen Platz in dieser epischen Geschichte um Liebe , Selbstfindung, Familienbande und Aufrichtigkeit, die durch ein dramatisches Finale gekrönt und mit einem emotionalen, noch einmal auf die vielen Jahre zurückblickenden Monolog beschlossen wird.
Zu erwähnen bleibt schliesslich noch der sich nahtlos in die grosse Klasse des Filmes einfügende Soundtrack, der in seiner epochalen Wucht so schnell nicht aus den Gehörgangen verschwinden wird. Ein echter Ohrwurm!

Fazit:
Ganz großes, brilliant fotograhpiertes Familien-Epos voller Tragik, Action und Gefühle, das zudem erfeulich kitscharm daherkommt und zweifelsfrei zum Pflichtprogramm eines jeden Cineasten gehören sollte! Die Taschentücher dürfen gezückt werden...


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