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Cast Away - Verschollen (2000)

Eine Kritik von enemy (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 20.01.2005, seitdem 220 Mal gelesen


Robert Zemeckis' erneute Zusammenarbeit mit Tom Hanks (nach Forrest Gump) schillert über die Bildschirme dieser Welt. Ob es ähnlich verheißungsvolles emotionales Kino ist wie damals? Ich war gespannt.

Die Story sollte hinreichend bekannt sein, deshalb hier die Kurz-Kurzfassung:

Chuck Noland (Tom Hanks) ist Zeitsparprofi bei FedEx. An Weihnachten muss er überraschender Weise wieder einmal das Flugzeug besteigen. Dieses stürzt irgendwo über dem Pazifik ab. Noland überlebt als einziger und strandet auf einer einsamen Insel. Für die nächsten 4 Jahre sind es nur FedEx-Pakete, der Volleyball Wilson und die Liebe zu seiner Verlobten Kelly (Helen Hunt), die ihn am Leben halten.

Die Story ist ja bekannt, Robinson Crusoe hat alles vorgemacht. Auf einer einsamen Insel zu stranden ist in Hollywood also nix neues mehr. Doch im Gegensatz zu einem Abenteuer ala Crusoe, ist Cast Away ein bewegendes Drama, eine geniale One-Man-Show für Hanks.

Obwohl äußerlich nicht immer viel passiert, so passiert innerlich doch eine ganze Menge. Der Zuschauer sieht, wie ein gestresster Mensch, der sein Leben immer nach der Uhr bestimmt hat, lernt, ohne jegliche Zivilisation zu überleben. Die Lernprozesse des Feuermachens (seien wir ehrlich: versuchen wir mal, mit zwei Holzstücken Feuer zu machen: wer würde nicht nach 3-4 Stunden die Geduld verlieren?), der Nahrungssuche, der Trinkwasserbeschaffung, der Erfindergeist, sich Hilfsmittel aus dem angeschwemmten Treibgut zu basteln, das alles fesselt. Was macht Noland als nächstes? Wie löst er ein Problem?

Bemerkenswert war vor allem die schauspielerische Leistung von Hanks. Da die Rolle des Noland auf der Insel ohne viel Text auskommt, steht das schauspielerische Können, Mimik und Gestik perfekt einzusetzen, noch mehr im Vordergrund. Und Hanks zeigt, dass er einfach ein großartiger Schauspieler ist, denn er beherrscht es perfekt. Diese Rolle hätte nicht jeder spielen können.
Und ich traute meinen Augen kaum, als ich Hanks am Ende des Films mit 25 Kilo weniger, frisch rasiert mit kurzen Haaren im Flugzeug sitzen sah. Der Mann sah so viel jünger aus als zu anfang mit den Pfunden. Wie zu "Forrest Gump"-Zeiten. Nicht wie ein Mittvierziger, sondern eher wie ein Mittdreißiger.

Regisseur Robert Zemeckis hat eine wundervolle Kulisse ausgesucht, um den Film zu schaffen. Großartige Bilder, tolle Naturaufnahmen lassen staunen und unterstreichen die Einsamkeit unseres Antihelden.

Der Score von Meister Alan Silvestri ist zwar spärlich eingesetzt, doch wenn er auftritt umso intensiver, stärker, emotionaler, gewaltiger. Extrem Atmosphärisch gibt er perfekt Triumph und Verlust, Freude und Trauer des Protagonisten wieder.

Fazit:
Cast Away ist ein perfektes Drama mit allen Höhen und Tiefen, die ein Drama haben muss. Diese werden von Hanks brillant wiedergegeben. Die tollen Bilder, der hochemotionale Score und die unglaubliche Härte der Einsamkeit sind es, die den Zuschauer packen und mitfiebern lassen. Wer aber ein Abenteuer ala Robinson erwartet, einen schillernden Helden mit Freund Freitag, der ist hier falsch. Wer sich aber auf die Geschichte einlässt, wird 138 Minuten perfektes Gefühlskino erleben.

14/15


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