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Cast Away - Verschollen (2000)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 11.01.2007, seitdem 202 Mal gelesen


Die Geschichte eines Mannes und eines Volleyballs

Entgegen meinen sonstigen Gepflogenheiten schnell eine Zusammenfassung der Geschichte. Chuck Noland ist treuer Mitarbeiter bei FedEx, steht kurz vor der Heirat mit seiner Liebsten, muß aber just an Weihnachten eine Flugreise für seinen Arbeitgeber antreten. Die Maschine stürzt ab, alle vier Besatzungsmitglieder sterben, nur Chuck überlebt und wird an den Strand einer einsamen Insel gespült. Diese Insel, irgendwo jenseits der Schiffahrtsrouten, ist nun für die nächsten vier Jahre sein Zuhause, daß er sich nur mit einem Volleyball teilt. Schließlich gelingt es ihm, ein Floß zu bauen und die Insel zu verlassen, mit viel Glück kommt er nach Hause, um dort festzustellen, daß man ihn für tot gehalten hat und die Liebste von einst nun verheiratet ist. Schöner Mist...

Der Film lebt ganz allein vom sehr ausdrucksstarken Spiel von Tom Hanks, der zu Recht für seine Leistung diverse Auszeichnungen bekommen hat. Sicher ist das penetrante Schleichgewerbe rund um Chucks Arbeitgeber eher unschön, aber was soll es, man muß Geld sparen, da tut ein bißchen Sponsoring gut. Der Film endet wie er beginnt, mit der Auslieferung eines Päckchens, und so spannt sich eine feine Storyklammer rund um die Abenteuer eines modernen Robinson Crusoe, dessen treuer Freitag halt in der modernen Zeit ein Volleyball sein muß. Wir sehen, wie anstrengend es ist, nur ein Feuer zu machen, und was man mit einigen wenigen Gegenständen so alles anzufangen in der Lage ist, wenn man Zeit hat. Der menschliche Geist ist halt doch ein Wunderwerk…Eine sehr lange Strecke kommt der Film ohne Dialoge aus, braucht es auch nicht, denn wenn niemand zum Reden da ist, dann schweigt man eben.

Das gibt dem Zuschauer Zeit und Gelegenheit, sich in die Lage der Hauptperson zu versetzen und zu überlegen, was man wohl selbst in so einer Situation machen würde…Selbstmord kann keine Lösung sein, es geht nach Oliver Kahn weiter, immer weiter. Dennoch ist das Schicksal der Hauptperson grausam, tricktechnisch sauber in Szene gesetzt, von ergreifender Tiefe. Zum Ende des Films schleichen sich kleinere Längen ein, die aber insgesamt nicht weiter negativ auffallen. Auf der anderen Seite ist es sehr angenehm, daß auf rührende Bilder der Rettung ebenso verzichtet wurde wie auf dramatische Szenen bei der Heimkehr, auch hier paßt man sich dem ruhigen Ton des Films auf Seiten des Drehbuchs an. Es ist Schauspielkino im feinsten Sinn des Wortes, eine Freude, jemandem zuzusehen, der sein Handwerk versteht, intelligente, nachdenklich machende Unterhaltung mit zum Teil wunderschönen, zum Teil packenden Bildern – 9/10.


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