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Cast Away - Verschollen (2000)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 30.03.2002, seitdem 327 Mal gelesen


Chuck Noland (Tom Hanks) hetzt, muss hetzen. Die Uhr tickt in unserer schnelllebigen Zeit. Als FedEx-Angestellter dreht sich alles um die Uhr, um das Paket, das schnellstmöglich ausgeliefert werden muss. Die Ironie des Schicksals in Robert Zemeckis' Robinsonade ist, dass ausgerechnet der Hetzende alle Zeit der Welt haben wird. Denn der strandet als einziger Überlebender eines Flugzeugabsturzes auf einer einsamen Insel. Und was Einsamkeit bedeutet, das führt uns Zemeckis tatsächlich quälend vor Augen, indem er auf den Realismus vertraut und damit ziemlich langweilt. So sehen wir Noland dabei zu, wie er Kokosnüsse öffnet (beziehungsweise es versucht), wie er ein Feuer entzündet (beziehungsweise es versucht) oder wie er in der fürchterlichen Einsamkeit langsam den Verstand zu verlieren droht und beginnt, mit einem Volleyball Gespräche zu führen.

Wir sehen gewiss noch mehr, doch ist es unspektakulär, so, wie ein Leben eines Gestrandeten aussehen muss. Ja was, wird sich manch einer vielleicht fragen, ist der Inselpassage in Zemeckis' Film denn überhaupt vorzuwerfen? Die Antwort darauf ergibt zwangsläufig der Vergleich mit der Weltliteratur Daniel Defoes'. Denn während in "Robinson Crusoe" das lyrische Ich spannend erzählt, klafft anstelle dessen in Zemeckis' "Cast Away" eine Lücke. Es fehlen die Eindrücke, die Gedanken. Was empfindet die isolierte Menschenseele, der von seiner großen Liebe getrennte Noland, der kaum Hoffnung Schöpfende? Erst ein Volleyball kann das Eis ein wenig brechen und Noland etwas entlocken.

Doch weil die große Distanz zwischen Zuschauer und ihm dennoch bestehen bleibt, funktioniert "Cast Away" letztlich nur bedingt und hält sich vor allem durch zwei Dinge über Wasser: Zum einen ist dies Tom Hanks, der wieder einmal absolut überzeugt und seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Und zum anderen ist das der Verzicht auf ein Happyend, also die ganz bewusste Entscheidung gegen die Hollywoodkonvention. Zu bedauerlich nur, dass das Positive durch aufdringliche Firmenwerbung wieder kompensiert wird und so schließlich vor allem eines haften bleibt: FedEx. - Die sind die besten. Die lieben ihre Angestellten. Die machen das Paket zur Mission.


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