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Cast Away - Verschollen (2000)
Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 06.01.2004, seitdem 314 Mal gelesen
-Das Review enthält Spoiler-
Ich gebe zu, ich bin kein grosser Fan von Tom Hanks. Was nicht heisst, dass ich ihn schlecht finde, nur, dass mich sein Spiel nie grossartig angesprochen hat. Seine grossen Hits wie zB Forrest Gump, Philadelphia oder Der Soldat James Ryan sind alle grossartig; aber der gute Tom blieb nie signifikant im Gedächtnis. Vielleicht dieses Mal...
Inhalt:
Bei Chuck Noland dreht sich alles um Zeit; der FedEx-Systemtechniker ist dauernd unterwegs. So auch an Weihnachten, wo er buchstäblich vom Esstisch weggepiept wird um einen Flug mit FedEx-Paketen zu begleiten. In einem Gewitter stürzt das Flugzeug ab und Chuck überlebt als Einzigster. Er strandet auf einer Insel mitten im Pazifik. Ein dramatischer Überlebenskampf nimmt seinen Lauf...
Einfach gesagt: Es ist eigentlich nur eine weitere Variation des Robinson Crusoe -Themas, die allerdings durch die Inszenierung wohl das Beste aus der Geschichte herausholt. Der erste Teil, in dem Chuck noch im Kreise der Familie gezeigt wird, ist eher Nebensache. Es wird eben das Umfeld gezeigt, der Charakter erläutert etc. Ab dem Absturz des flugzeugs allerdings mutiert der Film zu einer grandiosen One-Man-Show. Untypisch (und wie ich finde erfrischend konsequent) erzählt der Film nun ausschliesslich von Chuck, ohne, dass zwischendurch andere Schauplätze oder Personen auftauchen. Dadurch bekommt der Film einen ganz eigenen Erzählfluss, der nicht, wie sonst üblich, auch noch die verzweifelten Zurückgelassenen oder irgendwelche Suchaktionen zeigt. Ist Chuck am Anfang noch ein pummeliger Kerl, so kann man richtig beobachten, wie der Überlebenskampf ihm zusetzt. Nicht umsonst hat Tom Hanks über 50 Pfund zugelegt um es dann wieder bei den Dreharbeiten zu verlieren. Das Ende ist einigermassen offen gehalten. allerdings kann man sich denken, wo es hingeht und bin dankbar, dass es nicht mehr gezeigt wird!
Atmosphäre:
Fast schon Postkartenreif sind einige Einstellungen, die hier präsentiert werden. Im Gegensatz zu all der Schönheit erkennt man an Tom Hanks die Schattenseiten; man kann mitleiden. Es ist ein emotionales auf und ab. Wenn Chuck doch mal wieder etwas zustande gebracht hat, hab ich mich mitgefreut; doch über weite Strecken regiert die Verzweiflung und der schleichende Wahnsinn, der sich wohl bei solch einer langen Zeit der Entbehrungen einstellt. Es gibt viele lange Einstellungen; Dialoge sind mangelware (fast nur, wenn sich chuck mit Wilson "unterhält). Die Bildersprache dominiert in diesem Part des Filmes und reicht auch völlig aus.
Die letzte halbe Stunde allerdings dann doch etwas zu kitschig geraten. Und vorhersehbar. Klar, seine Freundin glaubte, er wäre tot und hat sich eben einen anderen angelacht mit dem sie auch schon eine Tochter hat. Also lange trauern war da nicht drin. Auch klar, dass er seine alte Liebe wiederhaben möchte. Gut gefallen hat mir noch, dass auch Themen wie zB die eigene Beerdigung und ein Gespräch über die Versuchung des Selbstmordes, um der ausweglosen Situation zu entfliehen besprochen werden. Zwar nur am Rande, aber immerhin.
Musik:
Alan Silvestri liefert einen schönen Score ab und schafft es so, den Bildern noch mehr Tiefe zu geben. Einige sehr schöne Melodiebögen an der richtigen Stelle können wirklich ergreifend sein.
Schauspieler:
Wie gesagt: One Man Show. Und ich muss zugeben, dass Tom Hanks doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Er spielt den Gestrandeten überzeugend. Kein overacting, es bleibt realistisch. Man beobachtet die Entwicklung des Charakters vom Workalohic zum Überlebenskünstler, die immer nachvollziehbar bleibt.
Dann hätten wir da noch Helen Hunt als seine Freundin. Mit bei weitem nicht so viel Screentime bemessen, macht sie ihre Sache doch gut und stellt neben dem Überlebenskampf den zweiten dramatischen Handlungspunkt dar. Was ich mich nur Frage: Kann es sein, dass sie in jedem Film traurig dreinblickend durch den Regen rennt??? War in "Besser geht's nicht" doch auch schon so... naja, egal!
Der Rest der Besetzung ist nicht der Rede wert.
Fazit:
Eindringliches Drama um's Überleben. Tom Hanks ist grossartig; wie der gesamte Film. Wobei noch 2 Punkte negativ bei mir hängen geblieben sind: Das Ende ist nicht 100%ig überzeugend und wenn man sich's genau überlegt, ist der Film ein 2 Stunden langer, dümmlicher Werbespot für die UPS-Konkurrenz. Nichtsdestotrotz ein wirklich überragendes Werk!
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