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Godzilla (1954)

Eine Kritik von Fleischsalatmitgurken (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 29.01.2012, seitdem 31 Mal gelesen


Der Untergang eines Dampfers sorgt für Aufregung in Japan, den der Grund für dieses Unglück ist eine Urzeitechse, die durch Atombombentests im Meer wiedererweckt wurde: Godzilla. Und Godzilla ist grantig. Die Echse kommt an Land und zerlegt alles, was ihr im Weg steht. Das Militär ist machtlos dieser rachsüchtigen Naturgewalt gegenüber. Mittendrin im Geschehen ist die Emiko, die zwar in Hideto verliebt ist, aber dem Wissenschaftler Serizawa versprochen wurde. Das bereitet allen Beteiligten arge Kopfschmerzen. Serizawa offenbart Emiko seine neueste Erfindung: einen Oxygen-Zerstörer, eine verheerende Waffe, die Lebensformen in Sekundenschnelle vernichten kann. Sie verspricht ihm, darüber zu schweigen, doch als Godzilla die Stadt nach und nach in Schutt und Asche zerlegt, muss sie dieses Versprechen brechen. So wird beschlossen, die Waffe gegen Godzilla einzusetzen - was letztlich zwischen Serizawa und Hideto noch einmal für Dramatik sorgt.

Ishirô Honda legte hier den Grundstein zu den vielen Kaiju Eiga (Monsterfilmen), die in den folgenden Jahrzehnten aus Japan folgen sollten. Im Gegensatz zu späteren Godzillas geht es hier noch ausgesprochen ernst zu, hier wird deutlich das Trauma, entstanden durch die amerikanischen Atombomben auf Japan, thematisiert. Zudem liegt die Gewichtung des Films (im Gegensatz zu den meisten Sequels) noch klar auf den zwischenmenschlichen Momenten. Und nur durch den Zusammenhalt zum Wohle der Allgemeinheit kann die Bedrohung abgewendet werden (die kollektive Denkweise liegt den Japanern im Blut). Für die damalige Zeit sind die Effekte ordentlich, und die Atmosphäre in s/w kann ebenfalls punkten. Das Konzept des "Suitman" (ein Akteur im Monsterkostüm) wurde auch in allen weiteren Godzillas beibehalten, was heutzutage zwar etwas altmodisch erscheint, aber dennoch angenehm traditionell ist. Zudem wirkt es, trotz der offensichtlichen Modellhäuser etc., deutlich natürlicher als das ganze heutige CGI-Gedöns. Ebenfalls einprägsam ist die Musik von Akira Ifukube, dessen Godzilla-Thema in allen Sequels (teils variiert) auftaucht.

Der Beginn eines Mythos, und nicht zu Unrecht ein Klassiker.

Die japanische Fassung läuft rund 92 Minuten, wurde in Deutschland aber blöderweise mit auf der dt. Synchro basierenden Untertiteln versehen, wodurch das Gesagte nicht immer mit dem Geschriebenen überein stimmt. Die deutsche Fassung ist etwa eine Viertelstunde kürzer. Man wollte die Zuschauer wohl nicht mit Handlung langweilen...
Ein Kuriosum ist die US-Fassung, die unter dem Titel Godzilla, King of the Monsters! mit 75 Minuten zwar noch einmal 2 Minuten kürzer ist als die deutsche Version, aber mit nachgedrehten Szenen "amerikanisiert" wurde. Raymond "Perry Mason" Burr spielt hier einen Reporter, der seinen Freund, den Wissenschaftler Serizawa, besuchen will, und in die Ereignisse hinein gerissen wird. Hier bastelte man mit Nahaufnahmen der anderen Darsteller (und geänderter Synchro) und Burr neue Dialoge und setzte bei Aufnahmen, in denen beide zu sehen wsind, Doubles ein (die natürlich nur von hinten zu sehen sind). Zudem wurde der Film teils massiv umgeschnitten. Drollig.


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