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Dämonischen, Die (1956)

Eine Kritik von deadlyfriend (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 07.08.2008, seitdem 295 Mal gelesen


Wenn Senator Joseph McCarthy heute wüßte, was aus seiner Meinung nach rechtschaffenden Jagd auf Kommunisten in Amerika für die Filmindustrie bedeutete, würde er sich wahrscheinlich im Grab aufhängen. Der Senator von Wisconsin verfolgte nämlich eine Paranoia Politik, die den US Bürgern versicherte das die Vereinigten Staaten von Kommunisten unmerklich unterwandert würde. Jeder war auf einmal verdächtig. Die Filmindustrie merkte schnell das die Klientel für diese Art von Angst besonders empfänglich war. Also benannte man die filmische Ausgabe erstmal als "Invasion vom Mars" (William Cameron Menzies, 1953) und 1956 als "Die Dämonischen". Dieses Werk ging in die Geschichte ein. Heute gilt er als der Ur-Film des Genres was aber nicht 100%ig stimmt da die Marsianer eben schon drei Jahre früher auf der Erde waren. Trotzdem gilt er heute als die Ur-Variante des Paranoia Kinos in dem Menschen geklont, aber ihrer Seele beraubt werden. Die Thematik wurde immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert. Der bekannteste Vertreter neben "Die Dämonischen" dürfte das Remake "Die körperfresser kommen" von 1978 sein.

Don Siegel baut die ersten Ungereimtheiten schon in die Vorstellung seiner Charaktere ein. Dadurch nimmt der Film direkt Fahrt auf und bietet einen enormen Spannungsbogen der bis zum Ende nicht abreißt. Große Special Effects sind natürlich nicht zu erwarten aber die, die er bringt sitzen ziemlich gut. Hier ist die Darstellungskunst gefragt und die ist sehr gelungen. Die schleichende Angst ist der treibende Faktor. Anfänglich stößt man nur auf wenige "Umgewandelte" aber die Zahl derer nimmt rasant zu weshalb die Flucht in jedem Fall zu fesseln weiß. Vertrauen ist diesmal eben nicht gut und die Kontrolle schwierig zu verwirklichen. Im Gegensatz zu den meisten Remakes und Verwandten ist aber der Aufbau etwas anders. Die damals sehr beliebte Stimme aus dem "Off" erzählt beispielsweise die Geschichte und auch das Ende ist in jedem Fall anders inszeniert als bei den Nachfolgern
Auch wenn der Film mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist, vermag er immer noch zu überzeugen. Aber auch hier ist ein Faible für ältere Filme in jedem Fall ein Vorteil.

Noch eine Anekdote am Rande:
Sinnigerweise heißt der hauptdarsteller Kevin McCarthy, der aber meines Wissens nicht mit dem Senator verwandt ist. Der heute 94 jährige Mime ist übrigens immer noch im Filmgeschäft tätig und hatte obendrein eine kleine Gastrolle beim 78er Remake.


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