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Fliege, Die (1958)

Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 16.03.2010, seitdem 202 Mal gelesen


Warum nur hat Helene ihrem Gatten das Leben genommen? Der Leichnam des Wissenschaftlers Andre Delembre findet sich in einer hydraulischen Metallpresse, den Kopf und ein Arm bis zur Unkenntlichkeit zerquetscht. Francois, der Bruder des Toten, und Inspektor Charas sind ratlos. Die vermeintliche Mörderin gesteht die Tat, hüllt sich über deren Hintergründe aber in beharrliches Schweigen. Fast scheint sie erleichtert, Konsequenzen scheut sie vorerst nicht. Erst als Francois von einer Fliege mit seltsamem weißen Kopf erfährt, lüftet Helene ihr dunkles Geheimnis.
Zunächst mal vielen Dank an den Sender das Vierte, der zwar viel Schrott auf die Menschheit losläßt, von Zeit zu Zeit aber auch mal Klassiker hervorkramt. Die meisten Menschen kennen die Fliege eher vom 1986er Remake von David Cronenberg mit Jeff Goldblum, die erste Verfilmung des Stoffes hat aber knapp 30 Jahre mehr auf dem Buckel. Der Film beginnt wie eine gute alte Kriminalgeschichte a la Christie um sich dann in eine Science Fiction-Gruselgeschichte im Rückblenden Part zu verwandeln. Regisseur Kurt Neumann gelingt es dabei ohne plakative Gewalt, nur mit Hilfe der bedrohlichen Atmosphäre ein kleines Meisterwerk zu schaffen. Unterstützt wird er dabei von einem gut aufgelegten Schauspielerensemble, allen voran Vincent Price, der hier ausnahmsweise mal den Good Guy geben darf. Abzüge gibt es wegen einiger logischen Schwächen im Script, wenn beispielsweise eine in Atome zerlegte Katze immer noch miauen kann, oder auch die lustige Technik aus der Steinzeit, wie man ohne Computer und nur mit Röhrentechnologie Teleportation nach dem Motto Beam me up Scotty mal ebenso erfinden kann, versucht zum Glück auch niemand zu erklären. Dafür ist die Message des Films altbekannt, wenn die Wissenschaft versucht in Gods Domain herumzupfuschen ist das noch niemals gutgegangen.
Die Fliege bietet insgesamt solide, spannende Unterhaltung ohne mit Blut um sich zu werfen. Technisch zwar um Lichtjahre hinter Cronenbergs Werk hinterher, aber mit einer eigenen Faszination ausgestattet, der auch ohne die ganzen modernen CGI-Special FX-Spielereien auskommt.
7,5/10


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