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Evil Toons (1990)

Eine Kritik von buxtebrawler (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 29.10.2010, seitdem 123 Mal gelesen


US-Trash-Regisseur Fred Olen Ray verspricht mit seinem 1990 abgekurbelten „Evil Toons“ einen sleazigen Horrorspaß mit einer Mischung aus Real- und Zeichentrickfilm, kann die Erwartungen aber nicht wirklich erfüllen. In der sinnbefreiten, an „Tanz der Teufel“ erinnernden Geschichte hat lediglich eine einzige Cartoon-Figur zwei Kurzauftritte; ansonsten versucht man, mit vier Tittenmäuschen zu unterhalten, von denen eine kurzerhand ein zackiges Gebiss eingesetzt bekommt und die mordende Besessene mimt. Der Trash-Gehalt passiert hier auf freiwilliger Basis, der selbstironische Humor kommt i.d.R. mit der Brechstange (wenngleich einige Insider-Gags eingestreut wurden) und die Mädels, von denen sich zwei hauptberuflich im Pornogeschäft verdingten, zeigen gern ihre Hupen, behalten die Slips aber stets an. David Carradine hat eine Nebenrolle, für die er nur einen einzigen Gesichtsdruck braucht und der zum „American International Pictures“-Inventar gehörende Dick Miller sieht sich in einem der gelungensten Momente des Films selbst in „A Bucket Of Blood“ im TV an. Horrortechnisch gibt’s neben ein paar Make-Up-Effekten einige verhalten-blutige Szenen, die nicht weiter der Rede wert sind. Auch der Erotik-Faktor hält sich in Grenzen, beispielsweise bei einem fürchterlich ungeilen Striptease-Tanz von Roxanne (Pornosternchen Madison Stone), kurz bevor der Zeichentrick-Dämon von ihr Besitz ergreift. Andere haben bemerkenswerte 80er-Dauerwellen oder wurden per Brillengestell auf verklemmtes Mauerblümchen getrimmt. Das Buch, aus dem unser Cartoonmonster entspringt, ist übrigens mitnichten eine Comic-Schwarte, sondern ein geheimnisvoller, arg vom „Necronomicon“ inspirierter antiker Wälzer mit Fratze auf dem Umschlag. So kämpft man sich also mal ob der Dialoge amüsiert und mal eher gelangweilt durch die hanebüchene Handlung, bis einen der zweite Auftritt des bösen Toons im Finale erlöst. Ich bin mir sicher: Das wäre um einiges kurzweiliger gegangen! So reicht es leider nur zu sehr durchschnittlichem Trash-Vergnügen für Hartgesottene. Ex-Pornoqueen Madison Stone verdingt sich übrigens seit einiger Zeit als Tätowiererin (für die, die’s interessiert).


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