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Jagd auf Roter Oktober (1990)

Eine Kritik von Aufklärer (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 04.05.2011, seitdem 281 Mal gelesen


Im US-amerikanischen U-Boot-Thriller „Jagd auf Roter Oktober“ sticht Kapitän Marko Ramius für die Sowjetunion mit der neusten Geheimwaffe gegen die USA in See: Ein milliardenschweres, mit  Atomwaffen bestücktes U-Boot, in dem erstmals ein nahezu lautloser Antrieb zum Einsatz kommt, der das Wasserfahrzeug für das amerikanische Radar unsichtbar macht. Schon dieser Ausgangspunkt des Plots speist eine gehörige, aber völlig unnötige Portion Patriotismus, denn natürlich ist es Ramius‘ insgeheime Motivation samt seines wertvollen Bewegungsmittels die Seiten zu wechseln und in die USA überzulaufen. Obgleich dies für einen Europäer nie wirklich glaubwürdig zum Ausdruck gebracht wird, muss man wohl annehmen, dass er trotz einer ruhm- und erfolgreichen Karriere in der Sowjetunion urplötzlich die Erkenntnis gehabt hat, dass Amerika eigentlich doch viel toller und besser für ihn sein könnte. Man merkt deutlich, dass man sich im Produktionsjahr 1990 noch im Kalten Krieg befunden hat und da hat es sich beim heimischen Publikum ohnehin nie als schlecht erwiesen, etwas Angst vor dem amerikanischen Erzrivalen zu schüren. Immerhin konzentrieren sich die Macher in der Folge auf die clevere, spannungsgeladene und versierte Umsetzung und verzichten auf weitere Gesten der Liebesbekundung und Ehrerweisung zum Vaterland. 

Regisseur McTiernan - der sein Talent zuvor mit „Stirb Langsam“ bereits unter Beweis gestellt hatte - bastelt sich eine schlichte wie wirkungsvoll genutzte Konstellation dreier Handlungsstränge zusammen, bestehend aus Jack Ryan - ein CIA-Analytiker, der frühzeitig Ramius‘ wahre Beweggründe durchschaut -, ein Treffen zwischen dem amerikanischen Sicherheitsbeauftragten und dem russischen Botschafter sowie den Geschehnissen an Bord des sowjetischen U-Boots. In einem ausgewogenen Rhythmus oszilliert die Erzählung zwischen punktgenauen Zuspitzungen und dem Vorantreiben der Story. Außerdem zeigt sich, wie klug die Entscheidung war, das Szenario mitnichten in das bewährte Gut-und-Böse-Schema zu zwängen: Sowohl Alec Baldwin in der Rolle von Jack Ryan als auch Sean Connery als Marko Ramius – beide mit einer famosen Schauspielerleistung! – vermögen das Interesse und die Sympathien des Publikums auf sich zu ziehen. Sowieso lebt der Film immerzu davon, dass lange im Unklaren bleibt, ob Ramius Amerika wohlwollend gegenübersteht oder nicht, ob die amerikanischen Flotten ihn angreifen oder mit ihm kooperieren werden, welche Haltung die Sowjetunion einnehmen wird usw. So mögen die Versatzstücke, aus denen die Geschichte geschnitzt ist, zwar konventionell sein, doch versteht McTiernan mit sicherer Hand diese auf gelungene Weise neu zu variieren.          


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