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Bang Rajan - Kampf der Verlorenen (2001)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 08.08.2007, seitdem 220 Mal gelesen


Einige wenige können so viel bewirken

Manche Kriege kennt man als Westeuropäer einfach nicht. Im Jahr 1765 fallen burmesische Truppen in großer Zahl in Siam ein. Alle Weichen stehen auf Sieg, doch ein kleines Dorf leistet erbitterten Widerstand – Bang Rajan. Als der Dorfälteste verwundet wird, überträgt man das Kommando an einen umherstreifenden Söldner namens Chan. Eine gute Wahl, verlor doch dieser seine Liebste während eines Angriffs der Burmesen – und hat damit den schon viel beschriebenen Anlaß, um grausige Rache zu üben. Ein wunderbares altes Filmthema der Achtziger Jahre funktioniert nun also auch im Thailändischen Historienkino, das ist Völkerverständigung via Zelluloid. Und so verfolgen wir Gefechte, sehen heroische Szenen rund um den Kampf weniger Krieger gegen eine unglaubliche Übermacht, die am Ende zwar obsiegt, aber den großen Krieg gegen die Siamesen verliert. Aber die Frage aller Fragen…muß man diesen Film gesehen haben? Eher nein…

Denn leider, leider dauert es wieder einmal nach einer blutigen Auftaktsequenz viel zu lang, bis die Kämpfe beginnen. Wir erleben friedliche Dörfler bei der Arbeit, erleben Gebete im Tempel, und all das ist trotz der Tatsache, daß ich ein Faible für Thailand habe, nicht wirklich fesselnd. Kriegsfilm bleibt halt Kriegsfilm, und wenn in einem solchen die Kämpfe zugunsten dörflicher Idylle in den Hintergrund gedrängt werden, dann kostet das viele Wertungspunkte. Säen und ernten, nun, das erlebe ich täglich in meiner näheren Umgebung, und wenn ich den Bauern bei der Arbeit zuschauen möchte, dann kann ich auch selbst aufs Feld radeln. Sicher sind die unverbrauchten Gesichter recht nett anzusehen, es dominiert auch der Lendenschurz, aber liebe Güte, das alles bietet auch der Discovery Channel – oder ein gutes Geschichtsbuch.

Und auch die Gefechte selbst sind nicht nach meinem Geschmack, denn fast ausschließlich wird mit Schwertern gekämpft, ohne Wunden zu sehen – stets der Rücken eines Getroffenen, ein Zischgeräusch, dann fällt er um. Ist fast so wie in den seligen Ritterfilmen aus den Fünfzigern, aber da die Herren Krieger ja nur Lendenschurze tragen, kann es kaum um Kostümgeldeinsparung gegangen sein. Hier und da darf dann auch mal ein Pfeil einschlagen, und auch die Zahl der Toten ist reichlich hoch, doch all das läßt den Betrachter seltsam unberührt. Zwar wird im letzten Gefecht noch einmal ordentlich Blut vergossen, dann auch gerne mal detailgetreu, doch leider verzichtet man nicht auf Pathos wie die zueinander hinkriechenden tödlich verwundeten Eheleute…Der Film wird in Thailand sicher große Akzeptanz gefunden haben, doch nur um einen weiteren Kriegsfilm mit fremdartigem Hintergrund im Regal stehen zu haben, ist die Lebenszeit an sich zu kostbar – nur 5/10.


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