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Bang Rajan - Kampf der Verlorenen (2002)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 27.09.2007, seitdem 595 Mal gelesen


„Bang Rajan“ ist ein moderner Historienfilm aus Thailand, der allerdings nicht in Richtung Epos geht, sondern den Weg derber Geschichtsaction einschlägt.
Konkretes Fundament sind reale Ereignisse aus dem Jahre 1765, in dem der Herrscher von Burma auf World Domination Tour im Umkreis ging und sich Siam einverleibte. Wie ein Kommentator erklärt, fielen die meisten Städte schnell, nur das Dorf Bang Rajan konnte mit seinem Widerstand den Vormarsch der Burmesen empfindlich stoppen. Auch eine interessante Art dem Zuschauer weniger bekannte geschichtliche Ereignisse nahe zu bringen.
Danach steigt „Bang Rajan“ dann auch direkt in medias res ein: Nach dem der bisherige Anführer der Bewohner von Bang Rajan verwundet wird, holt man einen jungen Heerführer zwecks Anleitung. Doch die Burmesen attackieren unerbittlich...

Für den Actionfan bietet „Bang Rajan“ ordentlich viele Konfrontationen, die sich über den Film verteilen und stets Keilereien der derben Art bieten, wirklich gut choreographiert und schnittig in Szene gesetzt, wobei vor allem die siamesische Art meist zwei Schwerter gleichzeitig zu führen mal etwas Abwechslung im Bereich der historischen Schlachtereien bietet. Der Härtegrad ist ordentlich, sodass man vom reinen Standpunkt der Schauwerte recht zufrieden mit „Bang Rajan“ sein kann.
Das Dazwischen ist auch ganz solide ohne den Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Anhand einer kleinen Auswahl von Figuren (zwei Paare, von denen sich eines noch finden muss, der Anführer, der verwundete Ex-Anführer, der Mönch sowie der Trunkenbold) exerziert „Bang Rajan“ dann die Emotionen der Belagerten durch und schafft es Sympathien zu den einzelnen Handlungsträgern aufzubauen, um die Kampfszenen so dramatischer wirken zu lassen. Nicht alles davon ist immer interessant, doch „Bang Rajan“ hat ein paar wirklich bewegende Momente, z.B. wenn man erfährt, warum der Trunkenbold eigentlich zum Schluckspecht wurde.

Für ein großes Epos baut „Bang Rajan“ dann bei etwas weniger als zwei Stunden Lauflänge dann aber doch zu wenig Bezug zu den Hauptfiguren auf, nur in den erwähnten Einzelmomenten präsentieren die Schicksale wirklich große, epische Gefühle. Im Finale driftet „Bang Rajan“ dann leider auch teilweise in den Kitsch ab; teilweise ist der Untergang der todgeweihten Verteidiger bewegend gemacht, teilweise aber auch pathetisch und kitschig hoch drei (z.B. das Sterben des Ehepaares, das im Tode noch aufeinander zukraucht).
Doch das sind unschöne Detailmängel in dem sonst echt zackig inszenierten Werk, das mit authentisch wirkenden Kulissen und Kostümen aufwartet. Darstellerisch geht alles in Ordnung, wirklich herausragende Leistungen sind aber auch nicht zu vermerken. Drive hat „Bang Rajan“ aber meist, die dramatischen Momente wechseln sich mit kleinen humoristischen Einlagen ab, z.B. wenn man dem Trunkenbold ein angeblich schützendes Armband andrehen will, doch der ernste Grundton wird dadurch nie gestört.

Bleibt unterm Strich ein unterhaltsamer Historienstreifen mit schicken Gefechten und sympathischen Hauptfiguren, dem aber ein wenig das epische Flair fehlt, um zu etwas wirklich Großem aufzusteigen. Trotz einiger Mängel jedoch kurzweilige Unterhaltung.


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