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H (2002)

Eine Kritik von Private Joker (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 17.01.2005, seitdem 411 Mal gelesen


Schön, wenn das DVD-Cover eines Filmes einem schon glasklar sagt, was man zu erwarten hat: Eine Mischung aus "Schweigen der Lämmer" und "Sieben", natürlich "eigenständig", dazu noch eine "atemberaubende Schlusswendung". Wer sich die Messlatte derartig hoch legt, kann allerdings ganz leicht als Tiger springen und als Bettvorleger landen, und genau so kommt es hier.
Gut, es gibt einen bösen Mastermind hinter Gittern (so viel zu Mr. Lecter), es regnet bisweilen (so gesehen müsste eigentlich Deutschland eine einzige "Sieben"-Hommage sein), und die Schlusswendung - na ja. Nett ist dabei einzig der Gag, dass der Film im Abspann anders heißt als im Vorspann bzw. auf dem Cover, aber da damit die Auflösung quasi automatisch mitgespoilert würde, vertiefe ich das hier nicht.
Ansonsten ist das Serienkillerkost von geradezu beeindruckender Durchschnittlichkeit. Wir sehen eine für asiatische Verhältnisse erstaunlich wortkarge Polizistin und zwei Kollegen auf der Jagd nach einem (?) Copycat-Killer, der die frauenfeindlichen Taten eines schon länger einsitzenden Fanatikers nachahmt.

Leider kommt dabei zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Spannung auf. Man bewegt sich von Tatort zu Tatort, gelegentlich purzeln den Cops die nicht sehr appetitlich aussehenden Leichen geradezu vor die Füsse, aber abgesehen von einer kurzen Verfolgung zu Fuß, die mit einem ziemlich blutigen Mord in einer Disco endet, gibt es eigentlich keinerlei Action. Auch die Story kann das nicht ausgleichen; wenn immer wieder neue und bislang nicht in Erscheinung getretene Tatverdächtige aus dem Hut gezaubert werden, erlahmt das Interesse relativ schnell.
Irgendwelche handwerklichen Fehler oder sonstige schwerwiegende Mängel kann man dem Film dabei nicht einmal vorwerfen, nur, man hat das alles schon viel zu oft gesehen. Potentiell nicht uninteressant sind die Figuren, wobei ich den nervigen "Drittpolizisten" einmal ausdrücklich ausnehme - der im Asien-Kino wohl unvermeidliche "dicke Komiker" ist hier besonders Fehl am Platz. Die kühle Chefermittlerin und der flippige neue Kollege sind dagegen eine ganz vielsprechende Konstellation, aber das Potential wird nie ausgeschöpft. Der männliche Cop hat zu viele kaum nachvollziehbare Gefühlsausbrüche, die erst mit dem allerdings ziemlich fragwürdigen Ende eine mögliche Erklärung bekommen.

Fazit: Auch wenn es schlechtere Serienkillerfilme gibt, muss man den hier nicht unbedingt gesehen haben. Im weitgehend ausgelutschten Genre bringt der Streifen zu wenig Spannung und nichts wirklich Neues.


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