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Zombies unter Kannibalen (1980)
Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 04.10.2002, seitdem 572 Mal gelesen
Wie der Titel schon sagt, werden hier zwei damals sehr beliebte und aktuelle Genres in einem Film zusammengeführt. In das der Kannibalen und in das der Zombies. Mal von diesem Aspekt abgesehen gibt es aber meines Erachtens sonst wirklich keinen Grund, "Zombies unter Kannibalen" als unfreiwillig oder von mir aus auch freiweillig komisch geratenes Werk zu bezeichnen. Natürlich geht jegliche Art von Realität verloren, wenn man das Genre der Kannibalen und das der Zombies in einem Film vereint, aber im Endeffekt wollen die meisten Fans von Splatterfilmen sowieso nur Effekte sehen. Zu denen gehöre ich nicht unbedingt, denn zu guten und zahlreichen Goreeffekten sage ich sicher auch nicht nein, aber dann müssen auch andere Sachen stimmen. Und in "Zombie Holocaust", oder eben auch "Zombies unter Kannibalen" genannt, ist das der Fall. Egal ob die Kameraführung oder auch die Musikuntermalung, beides ist sehr gut gelungen, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Genre handelt, dass die meiste Zeit sowieso nur auf die Effekte Wert legt. Und anders als z.B. in "Cannibal Holocaust" wird hier jeder Ansatz eines Sinnes vergeblich gesucht, es gibt einfach keinen. Als Fan von Kannibalen-, Zombie- oder allgemein Splatterfilmen muss das ja auch nicht unbedingt der Fall sein. Außerdem gibt es zwar sicher ein paar Filme, die unfreiweillig oder auch freiwillig komisch sind, aber "Zombie unter Kannibalen" als Trash oder sonstwas zu bezeichnen, ist für mich unverständlich. Dann müsste "Woodoo" oder "Zombie" genauso Trash sein, nur das da eben nur Zombies vorkommen und keine Kannibalen. Für den Splatterfan ist "Zombie Holocaust" sicher der perfekte Film, auch wenn die Zombies stark benachteiligt werden, was die Fress-Szenen und Filmminuten angeht.
Storytechnisch wird natürlich auch nichts Großartiges geboten. In ein paar Krankenhäusern verschwinden unter mysteriösen Umständen ein paar Körperteile von gerade verstorbenen Menschen. Als einer der "Diebe" auf frischer Tat ertappt wird, schmeißt sich dieser aus dem Fenster und stammelt kurz vor seinem Tod noch etwas über Kito. Die Krankenschwester Lori, die in einem der Hospitals arbeitet, in denen Körperteile verschwanden, ist nebenher Anthropologin. Das FBI schaltet sich ein und organisiert eine Expedition nach Kito. Diese jedoch wird zum reinen Selbstmordtrip.
Zu den Schauspielern muss man natürlich nicht viel sagen, sie spielen das, was von ihnen verlangt wird, weder überzeugend noch anfängerhaft. Wie oben schon erwähnt hebt sich "Zombie Holocaust" aber in Sachen Kameraführung etwas von seinen gleichgesinnten Mitstreitern ab, es werden ein paar sehr schöne Aufnahmen geboten. Somit wird der Film zum echten Kurzweiler. Die Splattereffekte sind sehr gut gelungen, wohl mit am besten, zumindest was die Kannibalenfilme angeht. "Eaten Alive" wird auf jeden Fall klar übertrumpft. Die Effekte treten gut verteilt auf, auch schon eher am Anfang, was den Film von den anderen seiner Sorte unterscheidet, da in diesen meist fast nur zum Schluss grausame Szenen gezeigt werden.
Zwar ohne Sinn, anders als bei dem Genrekönig "Cannibal Holocaust", aber dennoch sehr unterhaltsam und gelungen. Wohl einer der besten Kannibalenfilme überhaupt, wenn man ihn als solchen betrachtet. Zombies kommen wie gesagt so gut wie gar nicht vor, wenn ich mich recht erinnere wird ihnen nicht einmal gestattet, Menschenfleisch zu essen. Alles in allem kurzweiliger Kannibalen-Zombie-Schocker. 8,5/10 Punkte
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