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Zombies unter Kannibalen (1980)

Eine Kritik von Der Sittenstrolch (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 25.09.2004, seitdem 813 Mal gelesen


Ich bin eine Art ofdb.de-Fan. Nur deshalb schreibe ich hier ab und zu eine Kritik und nur deshalb glaube ich normalerweise auch den Gesamtbewertungen. Zum Zeitpunkt dieser Kritik hatte "Zombies unter Kannibalen" eine Durchschnittsnote von 7,16 Punkten. Bei 188 Stimmen. Obendrein versprachen mir die überwiegend sehr positiven Kritiken zwar einen Trash-Film - aber einen, der mit verdammt viel Brutalität und Witz überzeugt. Nur deshalb habe ich das Geld für die DVD ausgegeben.

Ich will vorwegnehmen, daß mir der Film überhaupt nicht gefallen hat. Ich bin kein Feind von B-Movies, habe aber der ganzen Glückseligkeit hier von vorneherein nicht ganz getraut. Dabei liebe ich filmische Gewalt! Je brutaler, desto besser! Ich habe aber bei "Zombies unter Kannibalen" nichts gutes erwartet und konnte daher eigentlich nicht enttäuscht werden. Konnte ich nicht? Konnte ich doch.

Die Geschichte: Einfallslos. In den USA (es ist aber ein italienischer Film) häufen sich die Vorfälle mit Kannibalen, die irgendwelche Leichenteile auffressen. Der Ursprung dieses Kults scheint von einer Insel zu kommen. Also schickt man ein paar Leute los, um die Vorfälle zu untersuchen. Dabei sind natürlich zwei hübsche Frauen und ein paar unbedeutende Wissenschaftler. Auf der Insel treffen die Forscher Kannibalen und Zombies.

Die Kannibalen: Sind in Ordnung. Nicht anders stellt man sie sich in dieser Art von Film vor. Kaum ist ein Opfer gefunden, wird der Bauch aufgeschlitzt und die Eingeweide werden verzehrt.

Die Zombies: Eine Riesenenttäuschung. Ein Pseudo Frankenstein erweckt ein paar Leute wieder zum Leben und meint, er sei damit der Wissenschafts-King.

Die Schauspieler: Unbekannt und untalentiert. Keiner vermag zu überzeugen. Lustigerweise haben sie in der deutschen Version teilweise bekannte Synchronstimmen, wie z.B. die von Roger Moore. Was müssen sich diese Leute denken, wenn sie einen sehr guten Film wie Dawn of the Dead sehen?

Die Filmmusik: Arm. Der Film stammt aus den Siebzigern. War nicht damals die italienische Musik ziemlich groß in Deutschland? Von diesem Höhenflug profitiert der Film nicht, denn seine Musik hat man für 100 Lire vom schlechtesten Straßenmusikanten gekauft. Und der Ton überzeugt zumindest auf der NSM-DVD auch nicht.

Die Filmqualität: Ich kann wie gesagt nur die NSM-Uncut-DVD-Version beurteilen. Und die hat die schlechteste Bildqualität, die ich jemals auf einer DVD gesehen habe. Jedesmal, wenn es zu schnellen Bewegungen kommt, verschwimmt das Bild. Schwer zu erklären, es gibt einfach übelste Verzerrungen. Jede alte VHS-Aufnahme ist besser.

Die Synchronisation: Erbärmlich. Obwohl unter anderem bekannte und erfahrene Synchronsprecher mitwirken, stimmen deutscher Ton und Lippenbewegungen kaum überein. Noch schlimmer ist das bei den Nebengeräuschen. Läuft ein Charakter irgendwo hin, passen die Laufgeräusche einfach nicht zum Bild. Und das ist nur ein Beispiel. Obendrein verwundert die Übersetzung manchmal, etwa wenn es statt "Koryphäe" "Kapazität" heißt (in dem Satz unpassend) oder wenn der Anthropologe plötzlich dasselbe wie ein Ethnologe ist. Der Höhepunkt ist aber, daß es zum Ende des Films hin Szenen gibt, in denen die Charaktere auf einmal ganz andere Synchronsprecher haben. Und das sind keine brutalen im Nachhinein hinzugefügten Szenen.

Die Gewalt: Ist gut. Allerdings ziemlich über den Film verstreut. Es gibt also nicht die ganze Zeit nur Gemetzel. Eigentlich gibt es davon sogar nur recht wenig zu sehen. Doch wenn es dazu kommt, ist es zwar billig, aber gut gemacht. Da werden Bäuche aufgeschlitzt, Gedärme gefressen, Augen ausgestochen, ein Kopf mit dem Rotor eines Bootes zermalmt usw. Diese Splatterszenen verhindern, daß man komplett abdriftet.

Der Witz: Nicht vorhanden.

Trotz der teilweise gelungenen Splatter-Szenen ist der Film einfach schlecht. Wer kein ausgesprochener Fan von billiger B-Movie-Splatter-Action ist, sollte nicht zuviel erwarten. Normalerweise würde ich dem Film einen Punkt geben, aber die Gewaltszenen heben ihn auf 2 Punkte-Niveau.


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