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Stray Dogs (1991)

Eine Kritik von Df3nZ187 (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 15.03.2006, seitdem 265 Mal gelesen


Mit „Stray Dogs“ verpasste Mamoru Oshii seinem Realfilmdebüt “ Red Spectacles“ ein Prequel das viel gegenteiliger wohl nicht hätte sein können. Erneut schlüpft „Shigeru Chiba“ in die Rolle des Koichi und füllt nun die Lücke die der erste Film zwischen der Auflösung der Kerberoseinheit und der Rückkehr Koichis nach Japan ließ.
Allerdings hat Koichi diesmal nicht die Hauptrolle inne, sondern ein junger Kamerad namens Inui, der damals in Japan zurückblieb.
Im Gegensatz zu seinem düsteren und komplizierten Erstling gestaltet Oshii diesmal allerdings alles anders. Die dunklen s/w-Szenerie weicht herrlichen bunten Stadt- und Landschaftsaufnahmen und die Geschichte ist relativ gerade erzählt. Zwar wird hier und da noch mal ein, nicht gleich als solcher zu erkennender, Traum eingeschoben und auch die albernen Ausbrüche finden in abgemilderter Form wieder ihren Platz, aber im Vergleich zum Vorgänger bleibt das alles in sehr gemäßigten Bahnen. Stattdessen schwelgt Oshii lieber in langen Kamerafahrten durch trostlose Hinterhofgassen und prächtige Hauptstraßen und ausgeprägte Aufnahmen der schönen Landschaft. In diesem sehr ruhigen Stiel erinnert Stray Dogs doch sehr stark an die Filme Kitanos, kann aber nicht die selbe poetische Wirkung erreichen wie dessen beste Filme.
Selten kommt es zu etwas spannenderen Momenten und düsteren Momenten, wie die Szene mit der Pendeluhr in dem verfallenen Haus. Stattdessen durchzieht den Film vielmehr eine sehr melancholische Stimmung, die vor allem auch durch die immer wieder erklingenden Gitarrensounds geprägt wird. In Kombination mit den langen Stadt- und Landschaftsaufnahmen hat das ganze teilweise etwas von einer besseren Reisereportage. Würde mich nicht überraschen wenn ich die selben Szenen in Voxtours gesehen hätte.
Für meinen Geschmack schwelgt Oshii aber fast etwas zu viel in diesen zwar schönen, aber nicht gerade spannenden Bildern. Das dabei auch wenig gesprochen wird sorgt doch hin und wieder für die ein oder andere Länge, die ich dem Film einfach attestieren muss.
Dem hätte man schön entgegen wirken können, indem man den am Anfang aufgebauten Spannungsbogen rund um Inuis und Tang Mies Verfolger den ganzen Film über am Leben gehalten hätte. Leider gerät der aber mit der Zeit völlig in Vergessenheit und taucht dann erst am Ende wieder auf und sorgt mit seiner Killertruppe fürs große Finale.
In dem darf dann auch noch mal ordentlich geballert werden wenn Inui sich in voller Kampfmontur den Verfolgern stellt.
Dieser ist zwar auch vergleichsweise eher ruhig gehalten, aber das hat mich nun weniger gestört. Eher im Gegenteil, die gut eingesetzten Zeitlupen und der Kampfanzug mit den roten Augen haben schon eine tolle Wirkung, besonders wenn beides zusammen auftritt. Und auch die musikalische Untermalung kommt hier noch mal richtig in fahrt.
Im Großen und Ganzen ist „Stray Dogs“ sicherlich einfacher zu sehen als sein Vorgänger, büßt damit aber auch leider etwas an Faszination ein und hat mit einigen Längen im Mittelteil zu kämpfen. Dennoch ist es ein sehenswerter Film der vor allem durch sehr schöne Stadt- und Landschaftsaufnahmen besticht.


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