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Wiegenlied vom Totschlag, Das (1970)

Eine Kritik von Crunchy (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 14.03.2005, seitdem 1191 Mal gelesen


Nach Durstöbern in der Wühlkiste einer Supermarktkette, kam mein Vater mit diesem besagten Film. Soldier Blue, wie die deutsche "Übersetzung" des Names kam, erklärte ich mir, nachdem ich den Film gesehen hab.

Plot laut Cover:
Der patriotische Soldat Honus und die vom Leben der Indianer geprägte Cresta überleben als einzige das Massaker von Cheyenne-Indianern an einem kleinen Treck Soldaten. Tagelang schleppen sie sich durch die Wildness und trotz ihrer Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten kommen sie sich näher. Dabei findet Honus auch heraus, daß Cresta die Frau des Häuptlings ist und der Treck nur deswegen überfallen wurde. Letztendlich werden beide getrennt und während Cresta zurück zu den Cheyenne flüchtet, um sie vor einem bevorstehenden Angriff der US-Army zu warnen, schließt sich Honus eben dieser Armee an......
Na klasse, kennt man ja schon. Liebesromanze und Western...

Als ich dann gelangweilt am Abend den Film reinschob dacht ich mir nach 20min, suuuuuuuuuuuper. Lange Dialoge, paar Lacher im ungleichen Gespann, seichte Einblicke im Leben der anderen..

Und dann kam es.......
Der Überfall auf das Dorf der Indianer.
Selten hab ich meine Augen so gerieben,
Aber wie schonungslos Ralph Nelson die Grausamkeit und sadistischte Ader der Soldaten zeigt, war schon eine Lehrstunde in Geschichte, die man nicht vergisst.
Ich möchte nicht von Splatter-FX sprechen, aber wie die Gewalt für einen Film von '69 im Westerngenre gezeigt worden ist. (alleine der Kopfschuss in Slow-Mo...) hat mich meine Meinung über das Genre überdenken lassen und ich verneige mich vor dem Regisseur.
Vergewaltigung, abgetrennte Gliedmaße, die auch noch als blutige Wurfgeschoße benutzt werden, raue Worte, keine Gnade vor Weib und Kind....

Fazit:
Guter, wenn nicht sogar sehr guter Film gegen Ende.
Am Anfang hatte ich das Gefühl, Nelson konnte sich nicht entscheiden wie er die Geschichte rüberbringen soll. Aber er hat trotz seiner seichten Romanze am Anfang einen harten, realistischen (und hier liegt die wahre Härte) Film gedreht, der die "Eroberung Amerikas" von einem Licht zeigt, das nicht totgeschwiegen werden kann.


Story 7/10
Geschichtlicher Hintergrund 10/10 (Wahre Begebenheit)

Film 8/10


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