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Garden of Love (2003)
Eine Kritik von Moscher (Bewertung des Films: 1/10) eingetragen am 26.11.2004, seitdem 1772 Mal gelesen
Beyond the Limits ist Bodensatz, Garden of Love ist nur ein wenig besser. Die Inszenierung ist einfach langweilig und trotz gelegendlicher Dollyfahrten ist die Auflösung bieder und kraftlos. Es gibt unnötige Überblendeffekte und ab und an abscheuliche Mischungen von Kunst- und Sonnenlicht. Dazu kommt eine nur bedingt gelungende Synchro, die auf dem ersten Blick zwar recht professionell wirkt, aber wirklich jeden Moment als solche erkennbar ist. Wie bei jedem Ittenbach Film drängt es sich mir förmlich auf, dass wir es mit einem zweit- oder dritttklassigen Rollenspieler zu tun haben und das nicht nur dank der albernen unleserlich Schrift im Vorspann und der unprofessionellen und offenbar selbstgebastelten Musikuntermalung.
Auch die Dialoge sind abgedroschen und langweilig. Nach zwanzig Minuten gelangen wir beispielsweise an einen Erklärungspunkt, der uns im Grunde nichts neues verrät. Das was Ittenbach zuvor an Hinweise hat einstreuen wollen, ist so offensichtlich, dass man sich schon der wenig komplexen Vorgeschichte im Klaren ist. Ähnlich ergeht es uns während des viereinhalb minütigen Monologes des ermittelnden Polizeibeamten. Wenigstens versucht Jean-Luc Julien so etwas wie gehobenes Schauspiel in das ganze zu bringen, dies scheitert aber eindeutig an der Inszenierung, der Darstellung seiner Filmtochter und vermutlich auch an der wenig einfallsreichen Regie.
Ich möchte dem Ittenbach nach Beyond the Limits nicht die totale Unfähigkeit unterstellen, immerhin ist Garden of Love so etwas wie eine Steigerung, doch um jemals einen spannenden Neunzigminüter zu realisieren, muß er wirklich noch viel üben. Allein der massive Einsatz von Tagträume ist dem Spannungsaufbau schon nicht gerade zuträglich. Aber offenbar hat man sich aber nichtmal an einem versucht. So bleiben immerhin ein paar nett getrickste Schockszenen, die allerdings ohne die entsprechende Lautstärke nicht wirklich funktionieren. Jeder Marienhof Regisseur ist zu mehr in der Lage.
Die Szenen mit Bela B. im Fernsehen mögen sicherlich interessant sein, aber so wirklich amüsieren konnte mich das nicht. Da fand ich seinen Auftritt in Operation Dance Sensation doch erheblich witziger und zudem deutlich mehr seinen darstellerischen Leistungen entsprechend. Die Erinnerung der Protagonistin an die Hippie-Kommune konnte mich ein wenig erheitern, wurde aber durch die immer wieder gleichen plumpen Tricks zunichte gemacht. Wie sich später herausstellt, sollte diese Szene wohl auch gar nicht wirklich lustig gemeint sein. So kann man sich als Zuschauer irren.
Nicht unter den Tisch fallen lassen möchte ich ein paar recht stimmige Szenen wie dem Polizeieinsatz zu beginn, an dem nur die wie blöde umherfunzelnden Taschenlampen etwas negativ auffallen. Schön auch die Metzelszenen nach der Hälfte des Films. Da trumpft Ittenbach wenigstens mal auf und zeigt was er kann: blutige FX. Und man wünscht sich, dass diese nicht aufhören mögen, weil einem doch die beschissenen Handlung kein Stück interessiert. Aber nein, statt auf Premutos Pfaden zu wandeln, werden zunächst die Killer gelüftet und dies gestaltet sich wie erwartet genauso unspektakulär wie es vermutlich überraschend hat wirken sollen. Das Finale ist dann leider arg kurz geraten, wenn es auch für die halbe Minute sehr ansehnlich ist.
Fazit: Üben üben üben und vielleicht sollte der Ittenbach die Finger von den Drehbüchern lassen. Wie man sieht, geht das in die Hose.
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