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Drei Gesichter der Furcht, Die (1963)

Eine Kritik von yggdrasil (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 08.02.2006, seitdem 212 Mal gelesen


„Die drei Gesichter der Furcht“ sind ein häufig zitiertes Werk von Mario Bava. Ich persönlich halte diesen Episodenfilm für überschätzt und nur teilweise geglückt.

Der Teil „Das Telefon“ ist schlicht langweilig. Es ist einem Wurst, ob und wenn ja von wem das Call-Girl umgebracht wird. Die scheinbaren Wendungen sind zu unglaubwürdig, um für Spannung zu sorgen. Schauspielerisch und optisch wird einem auch nichts Berauschendes geboten.

Der Teil „Wurdelak“ trägt eindeutig Bavas Handschrift und hat sehr schöne Farben und eine angenehme Gothik-Atmosphäre. Auch die Schauspieler sind ordentlich, wobei ich finde, dass der viel gerühmte Auftritt von Boris Karloff gar nicht so toll ist. Der Teil leidet auch darunter, dass die Handlung zu ausgewalzt wird. Sehr gut kann das aus dem Grab wiederkehrende Kind gefallen. Aber richtige Highlights setzt diese Episode nicht. Sie ist Bava-Mittelmaß.

Dafür ist der sehr kurze und dadurch hoch effiziente Teil „Der Wassertropfen“ schlicht begeisternd. Hier stimmt alles. Bava zerrt an den Nerven des Zuschauers, wo er nur kann. Er beleuchtet wieder sehr extrem und hat sein übliches, glückliches Händchen bei der Ausstaffierung des Drehortes. Die hochherrschaftliche Wohnung der beraubten Toten ist herrlich verwohnt, dass man förmlich den Mief der alten Frau und den Gestank der Katzen zu riechen scheint. Die Wohnung der diebischen Pflegerin ist der täglichen Arbeit entsprechend organisiert, aber ein wenig unordentlich und verströmt aus jeder Pore schleichende Armut. So kann sich Bava jegliche Erklärung, wieso die Pflegerin der Chance nicht widerstehen kann, den Ring zu entwenden, sparen und sich voll auf die Angstzustände der Diebin konzentrieren. Er wird von der Darstellerin der Diebin, Jacqueline Pierreux, gut unterstützt. Sie liefert eine dichte und stimmige Darbietung ab. Man glaubt ihr, nachdem Bava alle Effekte gezogen hat, dass sie verwirrt genug ist, um sich selbst zu erwürgen. Das Ende der Episode ist eine wahre Freude, aber das sollte besser jeder für sich selbst erleben.

Was sich Bava bei dem Abspann gedacht hat, verschließt sich mir völlig. Ich denke, er hatte nur Lust, seine Produktionsmethoden zu zeigen und Spaß zu haben. Leider lässt er den ohnehin nicht sonderlich rüstig wirkenden Karloff mit seinem Gummipferd wie einen senilen Trottel mit Gebiss aussehen. Ich finde, das hat der gute Boris nicht verdient.

In Summe ist „Die drei Gesichter der Furcht“ nur mäßig und wirkt (wie fast jeder Episodenfilm) zu wenig stringent, um den Zuschauer zu fesseln. Man muss den gesamten Film wirklich nicht gesehen haben. Aber „Der Wassertropfen“ lohnt sich wirklich. Der wäre für sich alleine eine klare 10. Der Rest zeiht den Film aber auf gerade mal noch 5 Punkte runter.


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