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Drei Gesichter der Furcht, Die (1963)

Eine Kritik von buxtebrawler (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 28.07.2011, seitdem 129 Mal gelesen


Italo-Horror-Altmeister Mario Bavas „Die drei Gesichter der Furcht“ ist ein Episodenfilm aus dem Jahre 1963, der damit noch vor ähnlich gelagerten, britischen Produktionen erschien. In italienisch-französischer Koproduktion entstanden drei Horrorepisoden, durch von US-Horror-Ikone Boris Karloff („Frankenstein“) präsentiert werden, welcher in einer der Episoden zudem eine tragende Rolle spielt.

Fiel die in der Originalreihenfolge erste Episode „Das Telefon“ noch sehr konventionell, vorhersehbar und dadurch spannungsarm und wenig gruselig aus, beweist Bava mit der gotischen Vampirgeschichte „Wurdulak“ seine Qualitäten als Ausnahmeregisseur und inszeniert Karloff als selbst zum Vampir gewordenen Vampirjäger, der zu seiner Familie zurückkehrt, welche sich nun aber vor ihm schützen muss. Bava entfach mit seinen artifiziellen Ausleuchtungen und seinem Geschick für Gothic-Horror eine intensive Stimmung, „malt“ wunderschöne und zugleich unheilsschwangere Bilder und versteht es, den mit einer passenden Maske versehenen Karloff perfekt ins Licht zu rücken. Die überaus tragische Handlung rundet diese Episode mit einem starken Ende ab. Klasse!

In „Der Wassertropfen“ setzt Bava sogar noch einen drauf und zelebriert ein für die damalige Zeit sehr rasantes Stück Terror-Horror mit überaus wirkungsvollen, verzerrten, vom Wahnsinn gezeichneten Masken, deren Präsenz die weibliche Hauptrolle ebenso erschreckt wie den Zuschauer, welcher sich zudem auch hier an Bavas exaltierter Kameraarbeit und insbesondere an dessen Farbrausch erfreuen kann, der auch diese Episode zu etwas wirklich Besonderem macht und späteren Genreproduktionen, die sich ihre stilistischen Möglichkeiten hier bzw. bei Bava im Allgemeinen abgeguckt haben dürften, vorgreift. Muss man als Genrefreund gesehen haben!

Relativiert wird die Wirkung durch ein selbstironisches Ende mit Boris Karloff in seiner „Wurdulak“-Rolle, der glaubhaft versichert, dass es sich nur um einen Film gehandelt hat und damit an den humoristischen Tonfall manch britischen Episodengruslers erinnert.

Fazit: Von der stark abfallenden ersten Episode einmal abgesehen ein inhaltlich wie äußerlich starkes Stück Geschichte des phantastischen Films – inspiriert und inspirierend zugleich.


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