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Matrix Reloaded (2003)
Eine Kritik von alepopale (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 28.05.2003, seitdem 3158 Mal gelesen
Das war er also. Der furiose 2. Teil von The Matrix. Ich möchte hier niemanden mit einer Inhaltsangabe langweilen, sondern nur meinen ganz subjektiven Frust zum Besten geben.
Was habe ich von Matrix Reloaded erwartet? Jetzt weiß ich, dass es zuviel war. Matrix war ein Meilenstein. Bis dato wusste ich nichts von einer derart innovativen Art der Erzählweise und ließ mich von den Wachowski Brüdern in den Matrixbann reißen. Vor dem Sequel habe ich gedacht (und der festen Überzeugung bin ich immer noch), dass in dem Regiepaar genug Potential besteht, diesen Effekt noch einmal zu kreieren. Dementsprechend gespannt, wie meine hohen Erwartungen zur Befriedigung gelangen können, war ich vor dem Kinobesuch.
Als ich im Film saß, riss ich meine Augen auf und freute mich der in Slow Motion dargestellten Action mit Trinity. OK, der Zuschauer wird wieder auf Matrix eingestimmt, schön und gut, doch wo bleibt die Innovation? Im späteren Verlauf der Vorstellung wich das Bild einer unkreativen Rekonstruktion von The Matrix.
Allerdings wich es keiner besseren Alternative. Was ich sah, waren, fast schon frech, in Kamera grinsende Animationsfiguren, bei denen selbst ein Blinder, die lieblose Textur und die sich unrealistisch schnell und agil bewegenden Charaktere als Computergeneration erkennt.
Es wich einer kaum überzeugenden, schon viel zu oft gesehenen, Story, von der Rebellentruppe gegen den übermächtigen Feind (bestes Beispiel Star Wars, aber eigentlich ist bei fast jedem Actionfilm eine derartige Rollenverteilung zu sehen: der Kleine gegen den Großen, das macht die Spannung aus, das macht Innovationslosigkeit aus). Der Storybezogene Unterschied zwischen beiden Teilen ist folgender:
Im ersten Teil starten wir in der realen Welt, wir haben Menschen mit Superkräften und den arglosen Neo, der mit dem Zuschauer ganz langsam in die neue Welt eingeführt wird. Ständig erlebt man etwas neues, die Handlung nimmt alle paar Minuten eine überraschende, interessante, spannende Wendung.
Der zweite Teil: Klar, die Exposition des ersten Teils ist hier nicht angebracht, doch es kommt an diesem Punkt meine oben erwähnte Hoffnung in die Brüder auf. Was ich mich schon immer fragte, wie schaffen sie es, Matrix wieder interessant werden zu lassen? Neue Aspekte müssen her, neue, überraschende Wendungen. Um nicht falsch verstanden zu werden, die gibt es: der Schlüsseltyp, der Matrixgott, das nähere Eingehen auf Programme, die sogenannten Hintertüren. Gleichzeitig hat die Matrix viel zu sehr an Bedeutung verloren. Man merkt kaum noch, wann man sich in welcher Welt befindet, bis die Zeitlupe wieder lsogeht, wenn man es merkt, fragt man sich, wieso genau sind wir schon wieder hier? Ach das Orakel.. ja... pff... wichtig... ACH, Kampf, ja jetzt versteh ich, weshalb das Drehbuch Neo hierhingeschickt hat!
Doch dominiert das bereits Bekannte. Ja, wir wissen, das Zeitlupe cool ist, doch ist sie es nur mit echten Menschen, nicht mit Animationsfiguren (so hab ich mir immer Animatrix vorgestellt, vielleicht sollte es ja auch nur einen Vorgeschmack auf den tatsächliche Film darstellen...), die Zeitlupe verliert durch ihre penetrant eingesetzten Häufigkeit stark an Stil, den sie im Prequel mühelos für sich beanspruchen konnte. Natürlich möchte ich, dass Matrix ein Actionfilm bleibt, doch soll er eine cooler sein. Das macht Matrix aus: Coolness. Sie fehlt völlig bei einer Animation und zu viel Coolnes ist uncool. Kompensiert wird das etwas durch die vielen überzeugenden Martial Arts Einlagen, solange die noch echt sind. Im ersten Teil war das Verhältnis Story-Action unglaublich gut getimet. Hier wird man anfangs mit Beziehungsproblemen, religiöser Überzeigung und politischen Differenzen konfrontiert. Alles in Dialogform. Das geht auch besser! Dafür haben wir danach Nonstop Actionunterhaltung. Wer möchte so eine Aufteilung? Auch das geht besser! Wieso kann man das nicht Ineinanderharken? Kampfszenen und zum Durchatmen, Dialogszenen.
Als letzten Punkt bei meiner Vergabe, der eben solchen, habe ich mich mit dem Erbe des ersten Teils Auseinandersetzen müssen. In Matrix Reloaded sehe viel zu sehr den ersten, für die ganze Film- und Fernsehwelt, wichtigen Teil der Serie, um ihn jetzt so runterzumachen. Ich habe zu viel Erfurcht vor The Matrix, als dass ich jetzt Reloaded wie einen gewöhnlichen Actionfilm betrachte. Hierbei handelt es sich, um das eingangs erwähnte subjektive Dilemma, in dem ich mich befinde.
Es steckt zu viel Matrix in Reloaded!
Außerdem muss man sagen, bei allem Innovationsverlust, kann sich der Film mit anderen seines Genres absolut messen, wenigstens aber nicht mit seinem Vorgänger.
(7,5 Punkte)
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