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Sieben Jungfrauen für den Teufel (1968)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 23.11.2004, seitdem 690 Mal gelesen


Ein Killer erwürgt eine Frau und verstaut diese in einem Überseekoffer. Mit solch einem sperrigen Ungetüm landet Mrs. Clay als neue Lehrerin an einem Mädchenpensionat an, womit der Clou der Story schon nach wenigen Minuten erledigt ist. Denn dem aufmerksamen Zuschauer wird kaum entgehen, dass der hölzerne Lehrkörper von einer männlichen wirkenden Darstellerin in Frauenkleidern gespielt wird und zudem sogar in der Synchro eine halbe Männerstimme hat. Wie sich die androgyne Ludmila Lvova in der Rolle auffällig in Zeitlupe durch die Sets bewegt und mimiklos agiert, lässt jeden Zweifel verpuffen, dass da wohl etwas nicht stimmt. Trotzdem will uns Schunddreher Antonio Margheriti eine ganze Reihe anderer potentieller Mörder vorstellen, man fragt sich nur, wozu. Die Leiterin wird verdächtig mit ihrem Brieföffner gezeigt, der Gärtner mit seiner Sense ist ja sowieso der sprichwörtliche Klassiker als Täter und der attraktive Reitlehrer mit seinem Verhältnis zu einer Schülerin ist irgendwann auch suspekt. Spannung kann man damit nur leidlich erzeugen, zumal sich die anrückende Polizei die Zusammenhänge der folgenden Morde am Pensionat genauso flugs zusammenreimt wie der Betrachter. Denn nachdem erst nur ein Mädchen verschwand, tauchen nacheinander die Leichen der Opfer auf, das sind im übrigen die einzigen Möglichkeiten, einen der drei Tropfen Blut visuell zu erhaschen. Bei den sichtbaren Morden wird meistens kurz gewürgt und gut ist, die zweitklassigen Darsteller vereiteln sowieso jede Glaubwüdigkeit. Genau so unspektakulär wie die Morde sind die angedeuteten Sleazeszenen, die dann mal mit einem entblössten Rücken glänzen. Vom dem laut Coverangabe "Massaker im Mädchenpensionat" kann keine Rede sein, von einem Giallo auch nicht wirklich. Im Grunde entwickelt Margheriti eher einen durchschnittlichen bis belanglosen Krimi, der in der deutschen S/W-Fassung partiell etwas an die Edgar Wallace-Filme aus der gleichen Zeit erinnert. In der Farbfassung hingegen bleibt außer langatmiger Internatsatmosphäre nicht viel übrig, das grausigste ist wohl ein lebendig aufgespiesster Schmetterling. Schlichte Dialoge und die ein oder andere Anspielung auf das Sexualleben der jungen Hühner werden begleitet von regelrecht kindlichen Rollenspielen des heimlichen Liebespaares, während der 60s Score wie eine italienische Variation von "Batman" klingt. Insgesamt ein vorhersehbarer und zeitverschwendender Krimi, der sich zumindest technisch oberhalb von anderen Werken Margheritis wie z.B. "Das Alien Aus Der Tiefe" oder ähnlichem Dreck bewegt. Das reißerischte ist mal wieder der deutsche Titel, denn es gibt weder sieben Jungfrauen noch einen Teufel. Wer einen stimmungsollen Gruselstreifen wie "Danse Macabre" erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Statt dessen gibt es einen Abschlußgag, der wahrlich nur in einer solchen Italoklamotte vorkommen kann.

Fazit: Alle Höhepunkte sind bereits im Trailer enthalten. Den ganzen Film muss man nicht gesehen haben. 4/10 Punkten


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