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Reefer Madness - Kiffen macht crazy (1936)

Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 08.04.2006, seitdem 280 Mal gelesen


Pot, Weed, Reefer,Shit, Canabis, Marijuana, Buckel, Stoff, Kiff: Der Teufel hat viele Namen! Nicht nur, dass harmlose, brave Jugendliche sich nach dem Genuss dieser furchtbaren Droge in reißende Bestien verwandeln, die sogar ihre Familie mit der Axt töten- Nein, es kommt noch schlimmer: Der verantwortungslose Jack und seine Freundin Mae verführen die amerikanischen Kids in ihrer privaten Party-Hölle zum Drogenexzess! Während der manische Pianist des Hauses im breiten Schädel dem Klavier fast schon satanistische Charleston-Klänge entlockt, fallen alle Hemmungen bei der anwesenden Jugend. Da wird die Haschisch-Zigarette im Akkord gerollt und unter Halluzinationen getanzt, geküsst und gegrabscht, dass es einem übel werden kann. Einmal den Qualm inhaliert und schon öffnen sich für die sofort Süchtigen die Höllenpforten. Die Auswüchse dieser wahnsinnigen Feten sind schier grauenhaft und lassen einem das Blut in den Adern gefrieren! Erleben Sie, wie Bill, der nette Junge von Nebenan, sein komplettes Leben ruiniert. Werden Sie Zeuge, wie die schlimmsten Albträume besorgter Eltern zur Realität werden! Einmal im Rauschzustand dieser gefährlichen Droge gefangen gibt es kein zurück mehr für die Abhängigen. Da werden Passanten überfahren und Fahrerflucht begangen, der voreheliche Geschlechtsverkehr vollzogen, mit Schusswaffen hantiert und am Ende regieren Mord, Suizid und die Lebenslange Unterbringung in der Nervenheilanstalt. Ihr Kind könnte das nächste Opfer sein, von Amerikas Staatsfeind Nr. 1!

Genau! Reefer Madnesss, der Film, der aufzeigt was passieren kann wenn die Hysterie überhand gewinnt. Nicht etwa die Kommunisten oder die Nationalsozialisten bedrohen die USA am Ende der 1930er, sondern eine neue Superdroge, die aus den Teenagern wahre Monster werden lässt! Die Gefahr muss gebannt werden! Am besten mit einem Aufklärungsfilm, der den Eltern zeigt was alles passiert wenn der eigene Spross erstmal im Teufelskreis der Marijuana-Zigarette gefangen ist. Wo verstecken die Süchtigen ihren qualmenden Heiland ? Wie wirkt sich der Konsum auf die Kinder aus? Und vor allen Dingen: Wie kann ich die Frucht meiner Lenden davor schützen? Produziert von einer kleinen Gruppe puritanischer Kirchenanhängern, versuchte Exploitation-Spezi Dwain Esper ( „Marihuana“, „Sex Madness“ , „Maniac“) dieses Werk in den 60ern als sein Eigentum weiter zu verhökern, doch auf solch dreiste Lügereien fiel dann doch niemand rein. Reefer Madness ist einfach nur brachial behämmert und von solch einer unfreiwilligen Komik gefüllt, dass es schon weh tut. Allein schon das grenzenlose Overacting der Darstellerschar ist haarsträubend. Ein sehr schönes Exemplar filmischen Propagandaschaffens, das es innerhalb seiner knapp 70 Minuten Laufzeit bewerkstelligt so ziemlich jegliche Hirnblähungen seiner Macher auf den Screen zu zaubern.


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