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Tod im Spiegel (1991)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.12.2002, seitdem 1021 Mal gelesen


Noch ein Überbleibsel aus der neuaufgelegten Reihe rund um Motive aus der "Schwarzen Serie" zu Beginn der 90er, bietet "Shattered" den ersten richtigen Start für Wolfgang Petersen in Amerika, nachdem "Enemy Mine" mehr eine überproduzierte, seelenlose Studiolandschaft war.
Der Film lehnt sich an klassische Motive an, wenn Berenger nach einem Autounfall sich selbst und seine Vergangenheit nicht mehr kennt und nach und nach Ungereimtheiten in dem entdeckt, was Frau und Freunde ihm erzählen. Alsbald beauftragt er einen Detektiv mit der Suche nach seiner eigenen Vergangenheit und erfährt bald mehr als ihm lieb ist.

Petersen ist überraschend virtuos, wenn es um atmosphärische Bilder geht, seine Schauspielerführung ist beachtlich, die Spannungskurve fast klassisch und die Stimmung düster bis erlesen. Allerdings kann es bei dem Plot-Twist, der uns hier am Ende aufgetischt wird und der die Wahrscheinlichkeit aufs Extremste strapaziert sein, daß man schon nach einer knappen halben Stunde auf den gewissen Dreh kommt, wenn man die Ähnlichkeiten zwischen einer Figur und einem Foto vergleicht.
Auch das Stilmittel der zerbrochenen Erinnerungen und die Berenger verbliebenen Fragmente werden so oft eingesetzt, daß wir uns längst mehr dabei denken, als es der Protagonist vor dem Showdown sich erlauben darf. Dennoch führt der Plot einen oft noch geschickt in die Irre, deutet nicht zu früh auf die Schuldigen und sorgt mit der nötigen Prise Action für spannende Unterhaltung.

Also muß man alle Unlogik und Unwahrscheinlichkeiten notwendigerweise beiseite lassen, um das hier voll genießen zu können.
Etwas aufgesetzt und unpassend kommt jedoch das Ende daher, daß irgendwie nicht so recht zu dem Rest des Films passen will, vor allem vom Tonfall der Inszenierung und von den Handlungen her. Das liegt sicherlich daran, daß der Film von der Produktionsfirma gezwungenermaßene Nachdrehs (auf Publikumsreaktionen) erhielt und dieses Ende hintenangeklatscht wurde, um ein Happy End zu konstruieren und einen sympathischen Charakter zusätzlich überleben zu lassen. Diese Unebenheit raubt einiges von der nötigen Klasse, dennoch ist dies einer der würdevollsten Vertreter des Film Noirs in den 90ern. (7/10)


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