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Weiblich, ledig, jung sucht... (1992)
Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 08.08.2008, seitdem 230 Mal gelesen
Bridget Fonda spielt eine junge Frau, die von ihrem Freund betrogen wird und mit einer neuen Mitbewohnerin, gespielt von Jennifer Jason Leigh, zusammenzieht. Diese versucht mit allen Mitteln ihre Freundschaft zu gewinnen und kommt ihr zunehmend näher, entpuppt sich aber als vereinnahmende Psychopathin und als Fonda wieder mit ihrem Freund zusammenkommt, versucht sie mit allen Mitteln, die beiden auseinander zu bringen und Fondas Freundschaft für sich zu beanspruchen.
Obwohl es dutzende Psycho-Thriller mit identisch aufgebautem Spannungsbogen und mit ähnlichen Grundideen gibt, ist "Weiblich, ledig, jung sucht" von Anfang an unterhaltsam und zum Ende hin zunehmend spannender. Erst einmal lässt sich Barbet Schroeder, der zuvor nach seiner Zeit Frankreich mit "Die Affäre des Sunny B." einen spektakulären Einstand in Hollywood feiern konnte, Zeit, um eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen und beginnt, wie im Genre üblich, erste Anzeichen, für die geistige Krankheit der Hauptfigur zu geben und beginnt dabei konsequent einen großen Spannungsbogen aufzubauen. Mit einer bedrohlichen Hitnergrundmusik, seiner starken Besetzung und der relativ düsteren Kulisse baut er dabei zunehmend eine gespannte und bedrohliche Atmosphäre auf und erweckt sowohl Hass, als auch Mitgefühl für die vereinsamte Psychopathin. Zum Finale hin steigert er die Spannung konsequent, verrühert die düstere Atmosphäre aber mit ein paar erotischen Momenten. Das Finale zieht sich dann in alter Slasher-Manier ewig in die Länge, und jeder, der schon tot geglaubt ist, darf noch mal aufstehen und weiterkämpfen und leider ist es dann auch ein bisschen zu lang geworden, dafür ist die abschließende Action aber überzeugend gemacht und spannend in Szene gesetzt.
Bridget Fonda geizt ganz wie ihre Tante Jane nicht mit ihren Reizen und liefert auch ansonsten eine gelungene Vorstellung ab. Sie zieht die Sympathie des Zuschauers auf sich und bringt die Angst, die immer weiter in ihr aufsteigt rundum realistisch auf die Leinwand. Nach ihrer kleinen Nebenrolle in "Der Pate - Teil 3" und eher unbedeutenden Rollen in unbedeutenden Komödien kann sie erstmals ihr Talent in einer Hauptrolle unter Beweis stellen. Jennifer Jason Leigh überzeugt ebenfalls voll und ganz und entwickelt sich von der sympathischen und liebenswerten Mitbewohnerin überzeugend zur bemitleidenswerten Psychopathin und anschließend zum perfekten Feinbild. Die vielseitige Leigh, die ihrer Kollegin in der zweiten Hälfte des Films übrigens zum Verwechseln ähnlich sieht, schaffte dennoch nie den wirklichen Durchbruch. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.
Die Charakterkonstruktion der beiden Hauptfiguren ist alles in allem überzeugend und die psychischen Leiden von Leigh werden durchaus vielseitig und ohne Vorurteile dargestellt, dennoch wird an einigen Stellen auf Genre-Klischees zurückgegriffen, ohne die der Film definitiv auch ausgekommen wäre. Der Handlungsablauf läuft leider zu stark nach Schema F und mit ein paar unvorhersehbaren Wendungen, die von diesem Schema abweichen, hätte Schroeder wohl noch mehr Spannung aufbauen können.
Fazit:
Auch wenn die Handlung nach dem gängigen Schema abläuft und kaum Überraschungen bietet, ist "Weiblich, ledig, jung sucht" ein gelungener Psycho-Thriller, der mit einer gespannten Atmosphäre, der guten Besetzung und der dem bedächtigen Erzähltempo Spannung aufbauen kann und von Anfang an gut unterhält.
72%
 | "Surprise me!" BETA |
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