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Bruce Allmächtig (2003)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 28.10.2005, seitdem 361 Mal gelesen


Einmal göttliche Kräfte haben können und so im eigenen Leben alles auf die Reihe kriegen – ein Traum aller Menschen, dessen sich „Bruce Allmächtig“ annimmt.
Bruce Nolan (Jim Carrey) ist TV Reporter und könnte an sich mit seinem Leben zufrieden sein, schließlich wird er nicht schlecht bezahlt und hat mit Grace Connelly (Jennifer Aniston) eine fürsorgliche und hübsche Verlobte an seiner Seite. Doch stets motzt er, weil er nicht Anchorman wird und dergleichen – doch mit einiger Schadenfreude suhlt sich „Bruce Allmächtig“ in den kleinen Missgeschicken seiner Hauptfigur. Doch Schadenfreude ist ja die schönste Freude und so hat man als Zuschauer Spaß, wenngleich ganz große Brüller ausbleiben.
Als ihm ein arroganter Kollege den Job als Anchorman sowie Bruce’ letzten Reportagentext klaut, rastet Bruce bei einer Liveschaltung aus. Er wird natürlich gefeiert, es häufen sich die Missgeschicke und Bruce klagt Gott an – der ihm darauf eine Audienz gewährt. Auftritt Gott (Morgan Freeman). Damit verstößt man zwar gegen das Gebot, man solle sich kein Bild Gottes machen, andrerseits präsentiert „Bruce Allmächtig“ den Schöpfer als reichlich sympathische Figur, die dem nörgeligen Bruce zwar die Leviten lässt, aber ihm auch seine Kräfte überlässt.

Bruce nutzt die Chance sein Leben nach seinen Vorstellungen zu ordnen. Doch wie wir schon aus einem nicht unbekannten Werk wissen bringt große Kraft auch große Verantwortung, denn Bruce muss sich nicht nur um seine Belange kümmern…
Jim Carrey ist ja mit seiner Mimik ein Ereignis für sich, doch leider geben ihm die Schreiberlinge in letzter Zeit meist nur eine Grundidee und kaum gut geschriebene Gags mit auf den Weg – so auch im Falle von „Bruce Allmächtig“. Recht ausgelutscht und zum großen Teil aus den Trailern bekannt, kommen die Lacher daher, sodass man schon gelangweilt Gähnen würde, würde nicht Jim Carrey die ganze Chose spielen. Mit seinem Gummigesicht holt Carrey noch aus dem altbekanntesten Witz das Beste raus, z.B. wenn Bruce alle Autos zur Seite fahren lässt, um schneller zur Arbeit zu kommen.
Auch die Geschichte ist nicht gerade allzu fesselnd, denn viel Tempo legt „Bruce Allmächtig“ nicht vor, sondern läuft beinahe phasenweise ab. Anfangs erleben wir Bruce’ Missgeschicke, in Phase zwei sehen wir das Experimentieren mit den Kräften (mehr Brustumfang für die Holde daheim, Absägen des nervigen Kollegen usw.), ehe ihm dann in der Schlussphase alles über den Kopf wächst. Das Happy End kommt dann natürlich doch kurz vor Filmschluss, gleichzeitig zuckersüß und moralinsauer, aber man erwartet es andrerseits auch nicht anders. Insofern ist „Bruce Allmächtig“ ebenfalls komplett überraschungsfrei.

Was den Film dann neben Carreys Performance über die Runden rettet, das ist die Portion Gefühl, die Regisseur Tom Shadyac einbaut. Mag der Mann wenig Gespür für Comedy und wirklich top getimte Gags haben, so ist er in den paar gefühlvollen Szenen überraschend gut. Wenn Bruce gegen Ende mal echte Rückschläge und Verluste erleben muss (im Gegensatz zu seinen Problemchen vom Anfang, die meist an seinem Ego liegen), dann kann richtig fühlen, wie scheiße es dem armen Mann geht. Da verzeiht man dann auch ein wenig, dass die Läuterung am Ende in einer Riesenportion Kitsch endet.
Jim Carrey spielt Bruce Nolan auch gewohnt gut, aber ohne ihn wäre der Film auch sicherlich deutlich schwächer. Morgan Freeman ist in seinen paar Szenen durchaus erhaben und auch Jennifer Aniston lässt kaum Grund zur Klage, wenngleich man ihr hier erneut die x-te Version ihrer „Friends“-Rolle angehängt hat.

So ist „Bruce Allmächtig“ dann letzten Endes nur dank Jim Carrey und der sympathischen Charaktere Mittelmaß. Mit zu wenig Timing und zu wenig Innovation werden die Gags dargebracht und wirklich Neues bietet auch die Story außer der Grundidee nicht.


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