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Bruce Allmächtig (2003)

Eine Kritik von Duke Skywalker (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 10.04.2006, seitdem 278 Mal gelesen


Das Leben stinkt, zumindest manchmal. Es gibt Tage da läuft einfach alles schief und selbst manch Ungläubiger stößt in solchen Momenten ein "Mein Gott" gen Himmel. Bruce Nolan durchlebt so eine Zeit. Die TV-Karriere ist festgefahren, während es ausgerechnet bei seinem Erzfeind glänzend läuft, wird dieser doch Anchorman. Dummerweise teilte diese Entscheidung Nolan keiner mit und so platzt die Bombe mitten in einer Livesendung. Nolan wird nach einem Wutanfall gekündigt und anschließend noch von einer Straßengang verprügelt.
Für Nolan gibt es nur einen Verantwortlichen für die Misere und völlig unerwartet antwortet dieser auf Nolans Beschwerden.
Gott persönlich gibt sich die Ehre und überträgt Bruce seine göttlichen Fähigkeiten, die dieser erstmal zu seinem persönlichen Vorteil missbraucht...

Was nach Erhalt der göttlichen Kräfte geschieht ist freilich vollkommen vorhersehbar. Nach wilder Gagparade folgt die große Moralkeule und die tut (einem Film) leider selten gut. Gott sein ist nicht einfach, eben weil der Mensch über den freien Willen verfügt. Genervt von den unzähligen Gebeten, stürzt Carry seine Heimatstadt (nur für die hat er die Verantwortung) ins Chaos, da er alle Bitten und Wünsche erfüllt, wodurch es tausende Lottogewinner auf einen Schlag gibt, die sich mit der geteilten Summe aber nicht zufrieden geben und randalieren. Ein Kometeneinschlag, den Carry einleitete um mit dem Exklusivbericht zum Anchorman aufzusteigen, verursacht Stromausfälle usw.
Der Humor gerät in dieser Phase leider fast vollkommen in den Hintergrund, der Film verkommt zu einem faden Liebesfilm, in dem der allmächtige Bruce seine Liebste zurückgewinnen will, wobei auch die größten Kräfte dabei nicht helfen. Der erhobene Zeigefinger ist allgegenwärtig, das Ende purer Kitsch und irgendwo auch großer Schwachflug, da alles scheinbar wieder in Ordnung gerät, allerdings die Folgen des Tsunamis, den Bruce beim Spielen mit dem Mond verursachte, unter den Teppich gekehrt werden.

Die starke Phase des Films, Nolans Entdecken der Fähigkeiten, fällt somit insgesamt zu kurz aus. Einige Brüller machen das einmalige Ansehen des Films aber lohnenswert. Eine vortreffliche Dirty Harry/ Eastwood Parodie, die Zerteilung der Tomatensuppe und vor allem die Teleprompter Manipulation haben mich Tränen lachen lassen. Hinzu kommt der wunderbare Morgan Freemann, der als Gott eine sympathische, augenzwinkernde Vorstellung abgibt.
Über Carry braucht man denke ich keine großen Worte verlieren. Die ein oder andere Grimasse ist auch hier wieder zu viel, aber ansonsten ist das große Comedy. Aniston ist gewohnt bezaubernd und Steve Carrell ist in der Teleprompterszene fantastisch, hat darüber hinaus aber wenig Screentime um aufzutrumpfen. Man darf gespannt auf die Fortsetzung sein und ob uns dort erneut eine fette Moralkeule erwartet oder ob mit dem Fokus auf den schmierigen und unsympathisch angelegten Charakter auch der Humor fieser wird.
Es wäre wünschenswert, denn Bruce Allmächtig lässt sehr viel Potenzial ungenutzt. Schade!


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