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Bruce Allmächtig (2003)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 22.06.2003, seitdem 951 Mal gelesen


Nachdem Jim Carreys Ausflug ins ernste Schauspiel mit "The Majestic" zwar gelungen, aber von den meisten Fans nicht akteptiert wurde, kehrt er mit "Bruce Allmighty" zu seinen alten Stärken zurück und liefert unter Regisseur Tom Shadyac (u.a. "Ace Ventura" und "Der Dummschwätzer") ein Gagfeuerwerk ab, dass sich vor keiner seiner früheren Komödien zu verstecken braucht.

Bruce Nolan (Jim Carrey) ist ein unterforderter TV-Reporter, dem grundsätzlich die dämlichsten Reportagen überlassen werden, was einen Karrieresprung unmöglich erscheinen lässt. Sein Erzfeind Evan Baxter schnappt ihm einen lukrativen Job beim Fernsehsender vor der Nase weg, zu Hause ist sein Hund alles andere als stubenrein und die Beziehung mit seiner Freundin Grace (Jennifer Aniston, leider sehr schwach und nicht in "Friends"-Performance) kriselt es auch. Bruce, der das alles nicht fassen kann, fragt sich, warum Gott all' das zulässt und ihn nicht beachtet. Als er beginnt seinen Glauben zu hinterfragen meldet sich Gott (Morgan Freeman, umwerfend komisch) auf einmal zu Wort und stattet Bruce mit seinen Fähigkeiten aus, was Nolan anfangs recht gut gefällt....

Von Anfang an geht Jim Carrey volles Tempo und zündet seinen Gagturbo, dass man sich in den Kinosesseln vor Lachen windet. Ob Schneiden von Grimassen, seine einzigartige Körpersprache und sein flottes Mundwerk: Der Meister des Klamauks hat nichts verlernt.

Dominieren anfangs noch Sarkasmus über sein Looserleben, so werden nach seinem Treffen mit Gott bald biblische Ereignisse aufs Korn genommen: Bruce teilt die rote Tomatensuppe in zwei Hälften und lässt eine biblische Plage auf ein paar Straßengangster los. Aber auch Hollywoodlegenden wie "Dirty Harry" und "Titanic" bekommen hier ihr fett weg, wobei der Kurzauftritt Dirty Harrys zu Anfang ein Höhepunkt des Films darstellt.

Mit göttlicher Kraft ausgestattet beginnt Bruce nun sein Leben in Ordnung zu bringen. Während sein Hund nun artig auf die Toilette geht, verschafft er Grace wunderschöne, romantische Abende und glaubt sie so für sich zu gewinnen. Das sein Traumjob nun kein Ding der Unmöglichkeit sein sollte dürfte dabei selbstverständlich sein, denn zufällig passiert immer etwas großartiges bei seinen Reportagen.

Doch schon bald merkt Bruce das es durchaus auch Nachteile hat göttlich zu sein, denn das bringt auch Pflichten mit sich. Auf Gebete muss geantwortet werden und das nicht immer mit einem "Ja" wie er bald festellen muss. Durch die Erfüllung aller Wünsche löst er eine Katastrophe aus, denn wenn sch zig Lottospieler zum Beispiel ihren Gewinn teilen müssen, befriedigt diese das nicht wirklich.

So wird nach 2/3 Gagfeuerwerk die Moralkeule ausgepackt, was für einem reiferen Jim Carrey spricht, aber die Wirkung des Films schmälert. Versuchte er es doch schon öfter in seinen letzten Filmen eine Message mitzuliefern, die hier aber zu dick aufgetragen wird. So kann er trotz seines Luxus den freien Willen nicht beschränken und merkt am Ende, dass er sich Glück nicht erkaufen kann, sondern sich selbst erarbeiten muss. Bei all' seinen Aktivitäten verliert er nämlich Grace aus den Augen, die viel lieber ihren alten Bruce zurückhätte. Ein klärendes Gespräch mit Gott über das wahre Glück des Menschen bringen Bruce wieder auf den richtigen Pfad, was dann natürlich zum obligatorischen Happyend führt.

Fazit:
Jim Carrey Fans können sich auf ihren Star mit umwerfender Performance freuen und schon mal ihre Zwerchfell massieren. Leider schwingt der Film am Ende die Moralkeule etwas zu heftig und will dem Zuschauer auf Biegen und Brechen erklären das jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Sehenswert, wenn auch nicht Carreys Bester.


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