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Findet Nemo (2003)
Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 14.12.2003, seitdem 3863 Mal gelesen
Mit dem großen Erfolg an den amerikanischen Kinokassen im Rücken hatte Disney allen Grund, zuversichtlich zu sein und mit "Findet Nemo", einem Animationsfilm aus dem Hause Pixar, auch in Europa einen Hit zu landen. Die Werbetrommel wurde schwungvoll gedreht, in den Spielwarengeschäften waren die ersten Clownfische aus Plüsch sofort weg und da die vorweihnachtliche Zeit gerade die Kinderseelen sehr berührt, sind die Wunschzettel für den Weihnachtsmann mit Nemo-Artikeln überfüllt. Die Eltern, die es besonders hart traf, hat das Schicksal ereilt, bis Weihnachten gleich ein ganzes Aquarium für die Kleinen organisieren zu müssen...
Disney hatte es wieder einmal geschafft, einen wahren Boom zu erzeugen und wieder einmal stellte sich bei Konsumieren heraus, dass der eigentliche Film völlig überhypt wurde. "Findet Nemo" hat zwar nun jede Menge zu bieten, doch das Produkt ist überwiegend aus längst ausgedörrten Zutaten entstanden, die bei Animations- und Zeichentrickfilmen bereits seit eh und je Anwendung finden. Das war zu erwarten und ist teilweise unumstritten auch bedingt notwendig, wenn man beispielsweise an das Happy End denkt, das in einem hauptsächlich für Kinder gedachten Film niemals anders ausfallen dürfte, doch dass man so ein Projekt nicht immer absolut konventionell umsetzen muss, bewies zumindest "Shrek" schon einmal zu Genüge.
Nette Ansätze, hier auch etwas für das erwachsene Publikum zu bieten, sind an einigen Stellen zwar durchaus in Form von Anspielungen zu finden - so ist die Möwenschar etwa ein deutlicher Seitenhieb auf Hitchcocks "Die Vögel" -, doch überwiegend bleibt es leider bei leicht verständlichen, infantilen Witzen, bei denen sich selbstverständlich die jungen Zielgruppen amüsieren dürfen. Trotz der weltbekannten, wenig innovativen Grundstory, nämlich einer Suche, kann man "Findet Nemo" aber seine Einfälle während der abenteuerlichen Suche von Clownfisch Marlin, der von der an Alzheimer leidenden Dory begleitet wird, nach seinem Sohn Nemo immer zu Gute halten. Da begegnet man Vegetarierhaien, oder zumindest solchen, die es werden wollen, einer Quallenkolonie, einem riesigen Wal oder stimmungsvoll aufgelegten Schildkröten - für mich persönlich die amüsantesten Figuren.
Während Papa im Ozean nun den Weg nach Sydney sucht, sitzt Sohnemann in einem Aquarium in einer Zahnarztpraxis fest. Immer wieder einmal wechseln so die Orte und sorgen für Abwechslung, denn das Leben in einem Aquarium scheint für einen Fisch gar nicht so langweilig zu sein, wie man eigentlich wohl annehmen würde. Nemo aka Haihappen, von seinen Mitbewohnern warum auch immer so getauft, versucht natürlich trotzdem, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Die Frage, ob er dies schafft, erübrigt sich bei so einem Film jedoch natürlich von selbst. Das Ende ist, wie immer, klar vorgezeichnet, soll auf die Tränendrüse drücken und vermittelt auch für das erwachsene Publikum noch eine Moral, die zugegebenermaßen doch recht wertvoll ist.
Zu guter Letzt bleiben dann noch die in der deutschen Fassung gut gewählten Synchronstimmen (auch die dank Erkan und Stefan Dönerdeutsch sprechenden Haie sind durchaus zu verkraften) und die hoch versierten Animationen, die von einer voluminösen Detailfreude geprägt sind und bei denen Pixar wirklich gute Arbeit geleistet hat. Besonders Szenen, die die Wasseroberfläche ins Visier nehmen, glänzen technisch mit verblüffender Authentizität. Ansonsten bevorzugte man natürlich oftmals passend quietschbunte, kindergerechte Farben und Animationen.
"Findet Nemo" ist kurzweilig, bunt, kindergerecht und sehr lebendig - eigentlich so, wie man es von Disney und Pixar erwarten konnte. Ganz so außergewöhnlich und für alle Altersklassen gleichermaßen ansprechend, wie er angepriesen wurde, ist der Animationsfilm dann aber doch nicht; für die eigentliche Zielgruppe allerdings dürfte er trotzdem noch bestens geeignet sein. (Noch 7/10)
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