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Findet Nemo (2003)

Eine Kritik von Schlafzimmerbett (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 25.01.2004, seitdem 280 Mal gelesen


Ok, Du hast es also geschafft. Dein erstes Date mit IHR. Aus dem "Kaffeetrinken gehen" ist also ein "kleines Mineralwasser, bitte"-trinken gehen geworden und Du nippelst verlegen an Deinem Radler (man will ja einen guten Eindruck hinterlassen). Sie sieht einfach toll aus und lächelt Dich verführerisch an, aber so richtig hast Du sie noch nicht. Irgendwas muss Dir jetzt einfallen, sonst gibt’s kein zweites Date. Und zwar was Gutes. Was verdammt gutes. Denn hinter Dir stehen sie Schlange, und alle haben sie gute Ideen. Angestrengt nachdenkend schaust Du zum Kneipenfenster raus und beobachtest die vorbeiströmende Menschenmenge und da! Durch eine entstehende Lücke erhaschst Du den Blick auf eine Litfasssäule. Dieses Plakat... Meer... Fische... das ist es, das mögen die Frauen. Mühsam entzifferst Du "Findet Nemo". ZONG, der Geistesblitz hat eingeschlagen. "Hast Du 'Findet Nemo' eigentlich schon gesehen?"

100 Punkte. Hat sie nicht - und will ihn sehen. Hat sie - und will ihn ein zweites Mal sehen. Egal welche der beiden Antworten - Du bist der Gewinner. Sie wird mit Dir da reingehen. "Findet Nemo" ist in der Liga der "Mädels-ins-Kino-Lockfilme" der perfekte Nachfolger vom untergehenden Tanker, äh, Dingsda, richtig: Titanic. Man(n) geht rein, amüsiert sich knappe zwei Stunden, die Story ist nett, zarte Gemüter lassen zwei Tränchen die Backe runterkullern, der nächste Lacher lässt nicht lange auf sich warten und eine sooooo nette heimelige Stimmung tut sich auf, da wird man zum Kuscheln und Händchenhalten förmlich gezwungen - und das Weibchen freut sich und ist selig. Jawohl, mit diesem Film triffst Du den Frauengeschmack und liegst goldrichtig.

Klar, welches Seelchen kann sich auch diesem rührenden Fischambiente entziehen: Traumhafte Farben und Bilder, die Pixar-Studios haben aus den technischen Vollen geschöpft. Die Tierchen allesamt Parodien mit menschlichen Verhaltenszügen, Gag-Einlagen (u.a. Stefan und Erkan bringen Situationskomik als zwei vegetarische Haie) und Happy End - was will man mehr. Die Story ist zweitrangig, aber soviel sei verraten: Schlecht ist sie auch nicht. Wie bei vielen Zeichentrick- oder vordergründig Kinderfilmchen der letzten Zeit wurde ein tieferer Sinn fest verankert, damit auch das Erwachsenenpublikum angezogen wird. Plan aufgegangen, die Kinokassen werden gefüllt, der Zuschauer als Klatschvieh und berechenbare Geldmaschine. In diesem Falle ist es aber wirklich ok, wir lassen uns das gerne gefallen. Und genießen den Film bis zum Schluss - länger hätte er aber nicht sein dürfen. Obwohl, Deine Begleitung drückt so nett Deine Hand, die auf ihrem Knie liegt.

"Gehen wir noch n Kaffee trinken, oder willst gleich heim?" - "Öh, nöö, was trinken wär noch echt gut!"
Fühl Dich als Gewinner. Danke, Nemo.

(7/10)


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