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Findet Nemo (2003)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 18.02.2004, seitdem 522 Mal gelesen


„Findet Nemo“ ist ein weiterer auf kindgerecht getrimmter, aber technisch brillanter Animationsfilm aus dem Hause Pixar.
Der Clownfisch Marlin hat für sich und seine Frau Cora ein wunderbares Anwesen gesucht, wo die beiden ihre zahllosen Eier großziehen wollen. Doch ein gieriger Raubfisch macht alle Pläne zunichte: Er stürzt sich auf die werdende Fischfamilie und bei dem Kampf wird Marlin betäubt. Als er erwacht, ist ihm von seiner Familie nur ein Fischei geblieben, was er nach dem Wunsch Coras Nemo tauft. Der Anfang ist überraschend traurig für einen ansonsten sehr kindgerechten Film geraten und kann auch etwas berühren, wobei das Schicksal Coras und der restlichen Eier natürlich kindgerecht nicht gezeigt wird.
Jahre später ist Nemo ein kleiner Fisch und Papa Marlins ganzer Stolz. Marlin beschützt seinen Sohn viel zu übervorsichtig und so behagt es ihm auch gar nicht, dass Nemo jetzt in die Schule soll. Er verfolgt Nemo auch bei einem Klassenausflug und will ihn zurückhalten als der übermütige Nemo ein Boot berühren will. Das spornt Nemo nur noch mehr an, woraufhin er von einem Taucher gefangen wird. Der Vater-Sohn-Streit, der hier das Unglück auslöst, ist natürlich Disney-typisch der Konflikt für die Kleinen, der sich im Laufe der Handlung einfach durch die Abenteuer von selbst löst.

Marlin schwimmt hinter dem Boot her, doch er kann es nicht einholen. Doch er ist von dem Wunsch getrieben seinen Sohn zu retten. Er findet Hilfe in der Fischdame Dori, die jedoch unter Gedächtnisschwund leidet. Zusammen begeben sich beide auf eine Odyssee, um Nemo zu retten, der inzwischen im Aquarium eines Zahnarztes gelandet ist...
„Findet Nemo“ ist ein kindgerechtes Pixar-Entertainment und hier liegt auch der Knackpunkt des Films: An die älteren Zuschauer wird einfach zu wenig gedacht. So gibt es nur ein paar Gags für den reiferen Zuschauer wie z.B. die paar Filmparodien: Der weiße Hai heißt Bruce (wie Spielbergs Filmhai), eine kleine „Shining“-Parodie oder die kurze Verwendung des „Psycho“-Themes gehören zu den wenigen Anspielungen.
Auch die meisten anderen Gags sind kindgerecht gemacht und der erwachsene Zuschauer kann sich nur begrenzt darüber amüsieren, dass man diversen Meerestieren möglichst witzige Akzente verpasst hat oder die Aquariumsinsassen fast alle einen Schlag an der Waffel haben. So kann man im zweistelligen Alter auch nur bei wenigen Szenen noch Lachen (z.B. wie Dori der frechen Krabbe Marnieren beibringt) oder ein paar Anspielungen verstehen (z.B. die Schildkröten als Analogie zu den lässigen jugendlichen Surfern), die meisten Gags werden jedoch mehr Kinderherzen und sanfte Gemüter erfreuen.

Die Handlung ist ganz nett erdacht, auch wenn der Film in seinem Verlauf öfter möglichst spektakuläre Animationen setzt, also quasi die Kindervariante von Actionszenen; hier wären z.B. die U-Boot-Explosion oder die Quallen-Attacke zu nennen. Doch die Story hat ein paar nette Wendungen und kommt nur an ein paar Stellen zu moralisch oder kitschig daher. Dafür sind die Charaktere an sich alle recht knuffig und liebenswürdig geraten, so dass sie dem Zuschauer sympathisch sind und in ein paar Szenen (vor allem die traurig angehauchten Szenen) sogar etwas Rührung hervorrufen können.
Ansonsten ist der Film technisch auf höchsten Niveau und die Animatoren haben wirklich ganze Arbeit geleistet, indem sie liebenswerte Comic-Charaktere erschaffen haben, die trotzdem super aussehen und auch noch genug an ihre realen Vorbilder erinnern. Die deutsche Synchronfassung ist gelungen, sogar Erkan und Stefan halten sich angenehm zurück.

Technisch wirklich perfekter Animationsfilm, der vor allem Zuschauer unter 12 unterhält. Ältere Semester können auch bedingt ihren Spaß haben, aber im Gegensatz zu „Shrek“ und „Ice Age“ fehlt hier der Anarcho-Witz, um sie wirklich anzusprechen. 6,5 Sterne von mir.


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