Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 2/10) eingetragen am 25.11.2007, seitdem 338 Mal gelesen
Dieser Film ist wieder einmal ein Beitrag eines nie in Deutschland erschienenen Filmes, der theoretisch viel Kalieber hätte und alles versiebt.
Allein der Beginn der Geschichte hätte völlig anders erzählt werden müssen: Ein Mann im Flugzeug hat keinen Funkkontakt mehr, landet auf dem menschenleeren Flughafen und muß entdecken, dass Kreaturen von unter der Erde erweckt wurden und die ganze Stadt Los Angeles platt machten. Jeder andere Monsterfilm aus dieser Zeit zeigt seine Kreaturen erst nach einiger Laufzeit, ausgerechnet ein Film mit dieser Geschichte zeigt sie bereits vor dem Vorspann. Ein völlig dämlicher Schachzug! Zudem lassen die Macher den Hauptdarsteller nicht erst einmal alleine die Situation erleben, noch bevor er die Möglichkeit hat irgendetwas alleine zu machen, hat er bereits den ersten Kontakt zu anderen Überlebenden. Das Grundszenario erinnert Cineasten stark an den 2 Jahre später entstandenen "The Last Man On Earth" und dem kleinen Filmfreund an dessen bekannteres Remake "Der Omega Mann". Der Vergleich zu ersterem wird noch bestärkt, wenn man den Hauptdarsteller sieht, denn dieser sieht Vincent Price, der Hauptrolle des Vergleichsfilmes, ziemlich ähnlich. Das waren dann auch die einzigen Übereinstimmungen mit dem zu unrecht vergessenen Film. Auch hier macht "The Slime People" wieder alles falsch. Der Vincent Price für Arme spielt extremst hölzern, der Rest normal schlecht. Aber gerade die Hauptrolle läßt in keiner Szene einen Wechsel seiner Mimik erkennen. Zu Beginn ist er von den katastrophalen Ereignissen die ihm mitgeteilt werden nicht einen Moment schockiert oder überrascht, und die im Laufe des Films kleinen erschreckenden Ereignisse lassen seine dumpfen Gesichtszüge auch nicht ändern. Diese Ereignisse sind natürlich nur für die Filmfiguren erschreckend, für den Zuschauer sind sie tot langweilig. Angeblich sollen wir glauben, dass die, an sich sehr putzigen, Slime People ganz Los Angeles mit ihren Speeren getötet haben. Das erinnert erschreckend an die Simpsons-Folge, in der Moe die bösen Aliens verjagt durch ein Brett mit einem Nagel drin. Da war es wenigstens lustig gemeint, "Slime People" meint das was er erzählt ernst. Die Viecher haben keine andere Waffe als die ollen Speere, schleichen lahmer umher als Romeros Zombies und lassen sich von jeder harmlosen Tür aufhalten. Eigentlich müßte ganz L.A. überlebt haben. Es geht keinerlei Bedrohung von den Slime Peopeln aus. Nicht mal der Nebel wird als Gruselelement richtig eingesetzt. Dieser erscheint bei jedem Auftreten der Monster, da er ein Schutz für sie ist, um an der Erdoberfläche zu überleben. Leider wird damit auch jedes Mal das Bild unklar und Atmosphäre will damit auch nicht aufkommen, obwohl das ja gerade mit Nebel möglich wäre. Aber verglichen mit der kompletten Grundgeschichte, die ja auch viel mehr Potential gehabt hätte, überrascht dieses Nulltalent auch in diesem Punkt kaum. Lustig zu wissen, dass der Schauspieler, der hier Regie führte, nie wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm.
Interessant ist auch das sehr zurückhaltende Titellied. Verglichen mit der aufdringlichen Titelmusik anderer Filme dieser Art ist man echt über deren Zurückhaltung hier positiv überrascht. Wollten die Macher einen Grusel-Science-fiction etwa mal in einem anderen Licht erscheinen lassen als durch bloßen Trash? Falsch gedacht! Bereits in der ersten Slime People-Angriffsszene nach dem Vorspann geht die genreübliche Musik dann doch los.
Eine kostengünstige aber auch sehr wirkende Methode ist es bereits geschehene Ereignisse durch Nachrichtenaufnahmen den Protagonisten und somit auch dem Zuschauer mitzuteilen. Wenigstens das haben die Macher noch richtig gemacht, das war dann aber auch der einzige Pluspunkt neben der netten Kostüme. Schleimig wirken diese allerdings nur ganz selten, dafür sind sie karpfenähnlich gebaut, das sieht schon netter aus als die üblichen Gummikostüme.
"The Last Man On Earth" schaffte es nur wenige Jahre später aus einer ähnlichen Geschichte wesentlich mehr zu machen. Diesem lag dann aber auch eine literarische Vorlage zu Grunde, diesen Vorteil hatte "The Slime People" nicht. Aber egal aus welcher Perspektive man diesen Film betrachtet, man muß ihn einfach als misslungenen Schund bezeichnen. Fans dieser alten Filme kommen ebenso wenig auf ihre Kosten wie Freunde anspruchsvollerer Filme oder knallharte Trashfans. Hier ist für den Zuschauer nichts zu holen außer dem filmtheoretischen Interesse herauszufinden auf welche Art dieses Werk scheitert.
Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.