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Suspiria (1977)

Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 15.09.2002, seitdem 1571 Mal gelesen


Suspiria ist der Begin der sogenannten Mutter-Trilogie von Dario Argento. Und gleich im ersten Teil geht es bei Argento sofort gut ab.


Die junge Susy Banyon reist von New York nach Freiburg, um an der berühmten Tanzakademie weiter Ballett zu lernen. Am Tag ihrer Ankunft tobt ein schreckliches Unwetter, an der Forte der Schule sieht sie gerade noch ein Mädchen weglaufen.
Komischerweise wird Susy von einer Frau, die man durch die Gegensprechanlage hört nicht reingelassen, so muss sie an diesem Tag woanders schlafen. Am nächsten Morgen wird sie aber dann hereingelassen. In der Schule lernt sie die Besitzerin Madame Blanc und die strenge Lehrerin Miss Tanner kennen. Kurz darauf erfährt Susy, dass das Mädchen, was sie gesehen hat, brutal ermordet wurde.
Susy lebt sich langsam ein, bei einem Unterricht aber bricht sie zusammen und wird auch Diät gesetzt, ferner braucht sie strikte Ruhe. Als dann noch eine Madenplage über die Schule hereinbricht, glaubt Susy langsam, dass etwas mit der Schule nicht stimmt. Als nächstes fällt der Blindenhund des Klavierspielers ein Kind an, ferner sind mysteriöse Geräusche im Haus zu hören. Mit ihrer Freundin Sara versucht sie was zu erfahren, aber Susy ist jeden Abend immer ungewöhnlich müde. In einer Nacht hat auch Sara eine Begegnung mit dem Unbekannten...


Dario Argentos Suspiria ist ein sehr visueller Film. Argento hat wohl in keinem Film mehr Farben benutzt als hier. Jeder Raum wirkt einzigartig, jede Szene wird teilweise in allen Farben beleuchtet, es wirkt schon sehr beeindruckend. Ferner ist Suspiria äußerst mystisch geworden, was natürlich sehr gut zu der Mutter-Trilogie passt. Die Fortsetzung ist Inferno aka Horror Infernal. Ein dritter Teil wurde von Argento bis jetzt nie gedreht.
Die Schauspieler agieren eigentlich überzeugend, besonders die Lehrerin Miss Tanner kommt sehr überzeugend rüber. Die Hauptdarstellerin wirkt meines Erachtens aber ein wenig blass und unscheinbar. Da war die Amerikanerin in Terror in der Oper um Klassen besser.

Zum Glück versteht es Argento, diese Schwächen mit Hilfe der Optik und Akustik gekonnt abzulenken. Was einem hier optisch und teilweise akustisch geboten wird (wenn man die AB-Fassung hat und dann den DD5.1 oder DTS-Ton einschaltet) ist wirklich nur noch als genial zu bezeichnen. Richtig erklären kann man es nicht, man muss es sehen, auch wenn sich in kritischen Momenten die Farben ändern (Sara wird verfolgt usw.). Dazu kommt wieder teilweise eine virtuose Kameraführung von Argento. Eine besonders starke Szene ist die des blinden Mannes auf dem großen freien Platz. Niemand ist zu sehen, doch trotzdem spielt der Hund verrückt, warum? Na ja, seht halt selbst.

Wenn man Argentofilme schaut, erwartet man auch immer krasse Morde. Dies ist bei Suspiria nicht so der Fall. Es wird zwar gemordet, aber nicht so hart wie man es aus anderen Argentofilmen kennt. Man muss sagen, es passt auch besser zur mystischen Stimmung des Film, übermäßig brutale Morde hätten hier auch nicht reingepasst. Ferner geht es hier aber natürlich nicht zimperlich zu, besonders der Anfang ist ein gutes Beispiel.

Suspiria baut bis zum Ende eine unglaubliche Spannung auf, wobei gerade Bild und Ton ihr übriges dazugeben. Man sollte den Film an dunklen Abenden schauen und dann die Anlage schon aufdrehen. Ein wahrer Horror ist garantiert.


Fazit: Sehr guter, mystischer Auftakt der Mutter-Trilogie. Wer Argento gut findet und mal seinen visuell besten Film sehen will, der ist hier genau richtig. Suspiria bietet eine Menge an Spannung und ist vielleicht für die richtig, die sonst mit den harten Slasher-Szenen eines Argento nix anfangen können. Für mich ein Pflichtprogramm.


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