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Suspiria (1977)

Eine Kritik von Giuliano da Fresi (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 13.12.2002, seitdem 842 Mal gelesen


Kurz vorweg also zur Story liebes Publikum.
Die junge Suzy Banyon kommt nach Freiburg um an einer angesehenen Ballettschule Unterricht zu nehmen.Schon bei ihrer Ankunft spürt sie instinktiv das irgend etwas nicht stimmt. So wird sie auch bald Zeugin allerlei scheinbar unerklärlicher Phänomene, deren Ursprung sich wohl im riesigen Internat selber befindet.
Es ist still geworden um den wahrhaft großen Horror-bzw. Gruselfilm. Um genau auf den Punkt zu kommen.Er existiert kaum noch. Jedenfalls nicht mehr in der heutigen Zeit, in der man verzweifelt durch dilettantische CGI-Effekte und angeblich so wohl plazierte "Kleines-dreh-dich-doch-mal-um"-Schocks versucht "echte Spannung" zu erzeugen. Ausnahmen bestätigen bekanntlich ja die Regel, wie uns zuletzt durch "The Others" gezeigt wurde.
Nehmen wir uns also ein wenig Zeit für einen ganz Großen in diesem Genre.
Dario Argento war ja schon lange vor Suspiria für sein ausgefeiltes Gespür in Bezug auf Kamerafahrten, Lichteffekte und Farbenspielereien bekannt, nur hatte er sie noch niemals so beeindruckend in Szene gesetzt wie bei diesem "absoluten" Grusler. Hinter jeder Ecke, so scheint es, verbirgt sich ein neues Geheimnis, gibt es etwas neues zu entdecken bzw. zu erforschen. Zur doch recht simplen Story (die bei diesem Beispiel aber keinesfalls negativ ins Gewicht fällt) möchte ich auch nicht noch mehr verraten.
Wie bereits oben schon kurz angerissen, befaßt sich Argento fast immer mit exzellenten Kamerafahrten und einer ausgezeichneten Licht/Schatten, also Farbdramaturgie. Aber was uns der Master hier präsentiert schlägt alles bisher Dagewesene. Ein so brillantes Arrangement von den eben beschriebenen Elementen gab es in noch keinem Streifen vor-und nachher. Natürlich fehlen in Suspiria auch nicht die berühmten, meist sehr harten Morde, die uns hier in Verbindung mit den voherig angeprisenen optischen Leckerbissen serviert werden. Erstaunlich und als "herausragend schön" ist diesmal auch wieder der Soundtrack der Gruppe Goblin gelungen. Fast schon klassisch wirkende Elemente werden hier mit stellenweise sehr eindringlichen Instrumentalklängen vermischt,das es ein wahrer Hochgenuß ist.
Diese drei Eigenschaften (Farbe, Kamera, Musik) werden derart geschickt miteinander verknüpft, das eine Atmosphäre von nie gekannter Intensität entsteht. Die Charakterbezeichnungen sind wie gewohnt bei Argento etwas einfacher gehalten, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut. Beinahe barock anmutend wirken jene Szenen in denen unsere Hauptdarstellerin durch die Gänge des riesigen Internats schleicht und so Stück für Stück Erfahrungen über seine Bewohner sammelt. Gerade diese Szenen heben Argento's phänomenale Gesinnung für den wahren Horror hervor. Denn der spielt sich doch meistens in unseren Köpfen ab. Von einigen Kritikern mußte sich Argento vorwerfen lassen, seine Filme wären meistens zu befangen und mit Mystik überladen. Was auch teilweise stimmt. Für meinen Geschmack hat so etwas nichts mit der Bewertung eines Filmes zu tun. Denn gerade so etwas macht ja den "phantastischen Film" und vor allem das "Kino" so vielfältig und interessant. Es ist und bleibt eben ein Ort der "fast" unbegrenzten Möglichkeiten.
Also Leute: Licht aus, Vorhang auf und taucht in eine Welt des wahren Spannungskino's, in eine Welt von Suspiria. Ein unerreichtes Meisterwerk. 10/10 Punkten.


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