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3 Engel für Charlie - Volle Power (2003)
Eine Kritik von Mayalee (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 03.11.2004, seitdem 315 Mal gelesen
Sequels von sehr bekannten und erfolgreichen Filmen werden natürlich sehr skeptisch und im Vergleich zum Vorgänger unter die Lupe genommen. So auch "3 Engel
für Charlie - Volle Power". Und genau in diesem Fall wird hier die Skepsis deutlich, wenn auch nicht schwerwiegend.
Wie kann man also den Sequel zum erfolgreichen (und auch gelungenen) Vorgänger am besten bewerten?
Fangen wir mal mit der Story an. Die spielt auch hier keine vordergründige Rolle. Sie dient dazu, den Unterhaltungsideen der Macher eine Art Rahmenmotiv
darzustellen, damit sie jene eben sinnvoll unterbringen können. Unterhaltung da - also muss eine unwichtige Story her. Alle Handlungsstränge sind vorauszusehen,
wer hinter allem steckt weiß der erfahrene Zuschauer schon nach spätestens 20 Minuten und wie sich dann alles doch zum Guten wendet ist ebenfalls dahingestellt.
Aber was solls, die Story war ja auch im ersten Teil nicht die starke Seite des Films.
Seltsamerweise gefällt einem dann doch das eine oder andere Detail im ganzen Verlauf. Mal sieht man einen echten Engel aus der Serie, mal wird auf den Vorgänger
zurückgeblickt und sogar John Cleese gibt sich die Ehre, seinen Humor auf den Film zu übertragen. Dem Zuschauer gefällts.
Doch was macht den ersten Teil weitaus besser als diesen, der doch recht mittelmäßig daherkommt? - Die neuen Einfälle.
Anstatt die Träger des Films (Unterhaltung und Humor) konsequent weiterzuspinnen und "Volle Power" schon wie den ersten Teil mit komischen und frischen Einfällen
zu schmücken, werden hier die vorhandenen Begebenheiten aus dem ersten Teil eben einfach wiederverwertet. Klar, man will Cameron Diaz mit dem Arsch wackeln sehen,
oder die optisch reizenden Bewegungen der Engel genießen, aber zuviel davon ermüdet den Zuschauer dann doch, und man sehnt sich einfach nach dem Ende. Alle
Attribute des ersten Teils wurden mit einem Komparativ versehen, ohne dabei den Film selber zu steigern. Es wird mehr gekämpft, geschrieen, die Bösen sind böser,
es stehen mehr Menschen auf dem Spiel, usw. Leider verhindern solche Aspekte, dass der Film trotz seines so großen Potenzials, was "Volle Power" auf jeden Fall auch hat,
eben dieses gelungen umsetzen kann.
Die Darstellerriege leidet darunter. Da sind eben so große Namen wie Demi Moore im Film, die sehr, sehr blass bleiben und tief in die Klischee-Kiste greifen.
Bei dem ganzen Gehampel und Getrete hat man dann auch am Ende genug von den Engeln; seien sie auch noch so sexy. Und Bosley, der Star im ersten Teil, muss
zwar Abstriche machen, wird aber dennoch akzeptabel dargestellt. Crispin Glovers Talent kommt dann auch noch zu kurz, schade, trug er doch auch im ersten Teil
den besten Posten auf der bösen Seite. Sein Abgang im Film ist lächerlich.
Alles in allem ist "3 Engel für Charlie - Volle Power" zwar an sich gesehen ein solider, teilweise unterhaltsamer Klamauk, aber wirkt im Gegensatz zum ersten
Teil nicht neu und ziemlich ermüdend, so dass am Ende dann nur eins bleibt: Die Erlösung aus der kunterbunten Welt der drei Engel.
Einen dritten Teil braucht keiner.
5/10
Coskun U. (01.11.2004)
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