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3 Engel für Charlie - Volle Power (2003)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.07.2003, seitdem 786 Mal gelesen


Schreiben wir das hier mal unter Vorbehalt, denn wer den Film gesehen hat, wird wissen, daß hier eigentlich jede Zeile zuviel ist.
Falls man den Film empfehlen will, wird die Beschreibung müßig, denn das Feeling, das dieses ausgeflippte Etwas verursacht, kann eh nicht in Text eingefangen werden.
Lehnt man ihn ob des fehlenden Niveaus etc. ab, schießt man mit Neutronenbomben auf Amöben (ja, das Verhältnis hat sich verändert im Zeitalter des hirnschonenden Popcornkinos), denn der Film will ja gar nichts anderes sein als gaga.

Zeit also für ein paar generelle Gedanken zum Zustand des amerikanischen Sommerblockbuster, der als eine Art Äquivalent zu einem lebenden Toten ist. Keine Seele, kein Leben, sieht aber bombig aus und ob des allseits bekannten strengen Geruchs erfreut er sich unerbrochener Beliebtheit.

Daß die Plotkonstruktion inzwischen unter die Rubrik vermeidbare Nebensächlichkeiten fällt, ist ja bekannt und wenn sich denn tatsächlich jemand (vorzugsweise sind es Gruppen von Autoren in Schulklassengröße) um so etwas wie eine Story bemüht, dann ächzt die seit den seligen Zeiten von D.W.Griffith schon in den Gelenken.
Hier scheint das Ende der evolutionären Filmkette endlich gekommen: endlich hat eine Produktionsfirma ein astronomisches Budget einem ausgeflippten Quartett aus drei Frauen und einen Regisseur zum möglichst aufwändigen Verjubeln in die Hände gedrückt und die machen den beknacktesten Trip seit langem daraus.

Scheiß auf den Plot oder logisch zwingende Zusammenhänge, jenseits aller Wahrscheinlichkeiten ist endlich alles möglich, was die Kasse hergibt. Nötig vielleicht nicht, aber möglich. Und gemeinsam mit dem Geld wurde gleich noch darauf geschissen, ob das eventuell massenkompatibel ist, denn in den heißen Sommermonaten will ja eh nur ein verschwindend kleiner Bruchteil derjenigen, die überhaupt ins Kino gehen, auch noch über das Gesehene nachdenken.

Das Ergebnis hat mit der Originalserie und den Vorgaben des ersten Teil so gerade noch die Darsteller, ein paar Figuren und einen 70er-Jahre-Lautsprecher gemeinsam und auch letzterer wird noch gekillt.
Aber was man davon hat, liegt auf der Hand: die Volldröhnung, was good, clean and brainless Fun anbetrifft, wobei vorausgesetzt wird, daß a) eh kein Gehirn vorhanden oder auf Urlaub ist, b) reichlich Alkohol und bewußtseinserweiternde Drogen die Rezeption erleichtern und c) sich nicht daran gestört wird, daß man den Film binnen fünf Minuten nach Beendigung komplett wieder vergessen hat. Bis dahin aber hat man eine gute Zeit.

Die wurde noch übertriebener und hemmungsloser gestaltet und kann von sich behaupten, einen guten Cast zu verschwenden, indem Girls heftig Ass kicken, sich eine Parodie an das nächste Zitat reiht und zwischendurch reichlich Anal-Witze gerissen werden, sogar wenn gerade notdürftig verhüllte Möpse zu sehen sind.

Das dürfte weder den Serienfans, noch Liebhabern des noch halbwegs zusammenhängenden ersten Teils gefallen und das zeigt sich auch an der Kasse, denn selbst durchgeknallter Geschmack ist desselben Sache. Für den Break-Even reicht das aber vermutlich noch.

Und wer nun wirklich so etwas wie eine Bewertung haben will, dem sei gesagt, daß der Plot ziemlich ins Nichts verschwindet, Bruce Willis mit Fünf-Tage-Bart extrem knackig aussieht, Demi Moore sich trotz aller Anstrengungen deutlich im falschen Film befindet, ein sichtlich bemühter Bernie Mac (wer?) einfach kein brauchbarer Ersatz für Bill Murray sein kann, es bärig computergeneriert auf die Fresse gibt und sich die Macher mit dem viel Potential verschenkenden finalen Tod des „Thin Man“ mit mir ziemlich verscherzt haben.
Das kann jetzt positiv und negativ gesehen werden – fest steht aber, daß ein seelenloser Standardblockbuster wie die zweite T-Shirtparade der Lara Croft dagegen vermutlich gut konstruiert und relativ sedativ wirkt. Aber eben für den „one moment in time“, den man im Kino verbringt, auch nicht halb so viel Spaß macht.

„Volle Power“ ist „insane in what brain?“ – darauf kann man mal für 100 Minuten das Frettchen machen!


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