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Koloss von Konga, Der (1977)

Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 28.09.2008, seitdem 302 Mal gelesen


Ein Affentheater in der zweiten Reihe...

Da denkt man, man schaut sich einen kleinen King Kong-Klon im trashigen asiatischen Stil an, da findet man sich stattdessen in einem Film wieder, der zwar Trash in Reinform ist, aber auf eine völlig andere und unangenehme Art.
Zu Beginn ist die Welt noch in Ordnung. Dem Zuschauer wird recht schnell geboten was er sehen will. Über einen Rückblick werden ziemlich zu Beginn erste Bilder des übergroßen Affen gezeigt, man darf sehen, wie er alles niedertrampelt und Menschen durch sein Wüten zur Flucht animiert. Und man darf das ganze so herrlich schlecht umgesetzt sehen, dass sich Freunde filmischen Mülls heimisch fühlen. Aufnahmen vor Leinwänden drängen sich ebenso offensichtlich auf, wie Miniaturbauten. Die Kamera wurde für solche Spezialeffekte nie richtig eingesetzt, so dass man im fertigen Film alles als das sieht, was es auch wirklich war. Man machte sich auch in anderen Bereichen erst gar keine große Mühe. Da werden Menschen gezeigt, die vor der Bestie flüchten, und der Primate trampelt auf den Modellbauten herum, die eine menschenleere Gegend zeigen. In der nächsten Nahaufnahme ist der selbe Ort wieder bevölkert von ängstlichen Flüchtenden. Herrlich! Deswegen habe ich eingeschaltet. Einen solchen Unsinn wollte ich sehen.
Dann geht es zunächst einmal trashig weiter. Es wird eine Expedition gestartet, man wird von etlichen Tieren angegriffen, wobei die Attacke einer Horde von Elefanten den Höhepunkt bietet. Da werden die Rüsseltiere mal eben mit stinknormalen Gewehren erledigt, als hätten sie Haut dünn wie Papier (oder waren sie geladen mit den Copkillern aus „Leathel Weapon 3“? *g). Als endlich Ruhe aufkommt wird es noch lustiger. Es findet ein Männergespräch statt, mit Texten, die an Männlichkeit nicht zu überbieten sind. Und wieder dürfen wir einen Rückblick sichten, diesmal einen höchst dramatischen mit einer Fremdgängerfrau, ihrem Liebhaber der sich idiotischer nicht rausreden könnte, einem Proll mit gebrochenem Herzen, welcher der untreuen Nuß die gerade frisch mitgebrachten Blumen vor die Titten wirft, alles eingefangen mit einem schrottigen Weichzeichner. Und wenn diese höchst unfreiwillig komische Erzählung vorbei ist, bekommt der „arme“ Teufel von einem seiner Begleiter noch einen Klischee-Prollspruch vor den Latz geknallt, wie er klassischer und blöder nicht sein kann.
Ziemlich genau zu diesem Zeitpunkt hört der positive Teil von „Der Koloss von Konga“ auf (der Titel bezieht sich übrigens auf die Namensgebung der Einheimischen für den Riesenaffen, die laut Rückblick-Offkommentar, trotz ihres reißerischen Klangs, ehrfürchtig (!!!) gemeint ist, kicher). Was von nun an passiert, ist zwar ebenso talentfrei, schundig und blöde wie das was es zuvor zu sichten gab, nervt aber nun nur noch.
Im Vorspann durfte man bereits einen weniger asiatisch klingenden weiblichen Namen lesen, und dieser wird für den Zuschauer nun zu Fleisch, präsentiert als blonder, weiblicher Tarzan. Sie kann mit Tieren kommunizieren, ist mit dem Riesenaffen befreundet, der nun zunächst nur noch selten, dafür aber treublöd als Affenkumpel, auftauchen darf, beherrscht zunächst kein Wort der zivilisierten Sprache, im Minutentakt wird ihr Vokabular aber dann doch urplötzlich immer umfangreicher. Natürlich verliebt sie sich in den Helden und er sich in sie. Man erfährt etwas über ihre Vergangenheit und erlebt in einem erneuten Rückblick einen völlig schrottig umgesetzten Flugzeugabsturz. In den meisten Sequenzen, seit Erscheinen der Frau, wird man mit übelster Kitschmusik gefoltert. Etwas Action kommt plötzlich durch die Begegnung mit einer Schlange auf. Mit jedem Tier kann Blondie kommunizieren, nur die Schlange darf wieder als klassischer Bösewicht herhalten, und wirkt dabei natürlich in keinster Weise bedrohlich, immerhin durften wir zuvor Raubkatzen, den Riesenaffen und eine Horde Elefanten erleben, die alle wesentlich furchterregender waren. Keine psychologisch clevere Reihenfolge! *g Nun wird Mrs. Tarzan von der Schlange in den Oberschenkel gebissen, unser Held saugt ihr das Gift raus, sie wird bettlegrig und wird erst einmal in ihr Höhlen-Zuhause gebracht, obwohl ihr da theoretisch nicht viel mehr geholfen werden kann, als vor Ort des Unfalles. Aber falsch gedacht! Ich bin halt nur ein armer, irrer Zivilist, der nichts von den Geheimnissen des Dschungels versteht. Denn kaum liegt das Weib schwächelnd zu Hause, taucht der olle Koloss von Konga auf und hat ihr auch gleich die nötige Dschungelmedizin als guter Freund gepflückt. Ich brech ab! Endlich geheilt springt die Blonde von ihrem Bettchen auf, als wäre sie nie krank gewesen, um sich in der nächsten Kameraeinstellung sichtlich geschwächt zu unserem Helden vorzuarbeiten. Dort kommt es dann zum ersten Kuß zwischen den beiden. Endlich hat der Kerl eine Liebe, die ihn nicht betrügen wird. Andererseits ist der einzige Kandidat, der dafür in Frage käme, unser Konga, und das dürfte eine zu schmerzliche Beischlaferfahrung sein, um diesen Versuch auch wirklich zu wagen.
Auch wenn vieles hiervon witzig klingt, es ist alles nur kitschig umgesetzt (sogar die Medikamentenvergabe von Dr. Ape), mit Weichspülermusik untermalt und Meilen weit vom Affenterror entfernt, den man sich eigentlich gewünscht hat. Nach seinen ersten geschätzten, lustigen 20 Minuten ist „Der Koloss von Konga“ nur noch eine unerträgliche Tortur, die einfach keinen Spaß mehr machen will. King Kong trifft auf Tarzan, trifft auf David Hamilton, trifft auf Asiakitsch! Da kann ich drauf verzichten. Diesen Film habe ich nicht bis zum Schluß ausgehalten, und ich werde ihm wohl auch keine zweite Chance geben. Was sollte sich an einem zweiten Gucken auch schon groß ändern? Klar, ich habe mit einem schundigen Affenhorror gerechnet, aber selbst wenn ich nun realistischer herangehen würde, eingestellt auf eine trashig kitische Tarzan-Lovestory mit Riesenaffe im Gepäck, würde mir diese Art Schund trotzdem nicht gefallen.

Fazit: Unerträglich nervig!


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