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Grauen schleicht durch Tokio, Das (1958)

Eine Kritik von Mr. Hankey (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 22.10.2005, seitdem 641 Mal gelesen


Das es Trash nicht erst seit heute gibt, dürfte allgemein bekannt sein. Und das Trash nicht nur ein rein amerikanisches Film-Gewächs ist, ebenfalls. Eine der bekanntesten und beliebtesten Trashreihen, dürfte dabei wohl die japanische Filmreihe rund um die Riesenechse Godzilla sein, die auf der ganzen Welt für Begeisterung sorgte. Der dahinter stehende Regisseur Ishirô Honda hat aber auch durchaus andere Trash-Werke zur Geltung gebracht, die ebenfalls recht amüsant sind. "Das Grauen schleicht durch Tokio" ist dabei so ein Streifen, der allerdings auch mit einigen heftigen Längen zu kämpfen hat.

Die Story zu "Bijo to Ekitainingen" ist im Grunde natürlich Bullshit. Ein radioaktiv verseuchtes Gebiet verwandelt einige Menschen in mutierten, tödlichen Schleim, der sich dann ein Opfer nach dem anderen sucht, bis ihm die Polizei auf die Schliche kommt. Ja, dass ist hanebüchener Blödsinn (mit Blob-Anleihen), wie er nur im Trash-Genre anzufinden ist. Umgesetzt wurde das Ganze in ein Genre-typisches Skript, dass aber mit vielen charamt-trashigen Ideen aufwarten kann. Logiklücken sind dabei natürlich auch vorhanden, aber wer hat das bei so einem Film nicht erwartet?

Die Handlung ist grotesk und mitunter sehr überdreht. Da wird auf mutierten Schleim geballert, es werden vollkommen überzogene Thesen aufgestellt, wie denn das alles nur sein kann, Menschen verschwinden, weil sie mit dem Schleim in Kontakt geraten sind und es werden Figuren präsentiert, die schon am Rande der Lächerlichkeit stehen und gerade deshalb so viel Spaß machen. Wie schon in Godzilla, kann man sich auch hier mit der, herrlich blödsinnigen, Handlung gut anfreunden.

Nicht ganz ins Genre passt da allerdings die Inszenierung, was aber jetzt nicht als negativ gewertet werden soll. Denn die Inszenierung ist, für so einen kleinen Film, doch mit merklich großer Mühe umgesetzt worden. Die dunklen Szenen können mitunter eine wunderbare Atmosphäre erzeugen, genauso wie der nette Score. Die schleimigen Effekte können sich zudem ebenfalls sehen lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass der Film schon fast 50 Jahre auf dem Buckel hat. Wirklich gruselig wird es dabei aber trotzdem nie und irgendwelche Gore-Effekte darf man natürlich auch nicht erwarten. Aber nun gut.

Hätte also durchaus ein Trasher der oberen Fraktion werden können, wenn nur nicht die eklatanten Längen hier und da wären, die den gerade einmal 75 Minütigen Film fast doppelt so lang vorkommen lassen. Immer wieder rutscht der Streifen in banale Nichtigkeiten ab und zieht sich in die Länge. Da wären z. Bsp. die zwei Gesangsszenen genannt, die so gar nicht zum Rest des Streifens passen wollen, aber trotzdem in voller Länge ausgespielt werden. Und die Mühlen der ermittelnden Beamten mahlen auch recht langsam. Schade eigentlich!

Was die Darsteller angeht, kann man soweit zufrieden sein. Allesamt spielen sie ihre Rollen auf einem akzeptablen Niveau. Wirklich gute Leistungen sehen zwar anders aus, wirklich schlechte Leistungen allerdings auch.

Fazit: Annehmbarer Japan-Trasher aus dem Jahre 1958, der in punkto Story und Handlung charmante Trash-Unterhaltung bietet und mit seiner, gar nicht so trashigen, Inszenierung, sogar ab und an für gewisse Atmosphäre sorgen kann. Ohne die mitunter heftigen Längen hier und da, hätte das sogar ein richtig gutes Genre-Filmchen werden können. Somit bleibt das Ganze aber "nur" im guten Mittelfeld!

Wertung: 5,5/10 Punkte


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