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Butterfly Effect (2004)
Eine Kritik von holden (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 25.12.2004, seitdem 246 Mal gelesen
Kennt man Ashton Kutcher aus Filmen wie „Ey mann, wo ist mein Auto“ oder der MTV Serie „Punk'd“, gewinnt man ein Bild von dem Mittzwanziger, das jedoch nicht sein ganzes Vermögen aufzeigt: In seinem 2004 erschienenen Film „The Butterfly Effect“ geht Kutcher neue Wege, und zwar im Gegensatz zu seinen komödiantischen Werken nun eher etwas dramatisches.
Evan Treborn (Ashton Kutcher) hatte keine besonders angenehme Kindheit. Sein Vater war halb verrückt, Schläge, der Mißbrauch seiner Freundin und Morddrohungen waren an der Tagesordnung. Hilfe fand er nur bei einigen wenigen Freunden und in seinen Tagebüchern, denen er sich seit seinem 7.Lebensjahr anvertraute. Jetzt, erwachsen, entdeckt er, daß er dank einer Erfindung seines Vaters in der Zeit zurückreisen kann. Bestrebt, die finstere Vergangenheit zu ändern, als seine Freundin stirbt, bemüht er sich um temporäre Ausbesserung der eigenen Vergangenheit. Doch jede Veränderung ist wie der Schlag eines Schmetterlingsflügels, der am Ende der Welt so einen Orkan auslöst: die neue Zukunft ist immer noch schrecklicher, als die Realität, die er selbst kannte. Also versucht es Evan immer wieder...
Gruber's Werk ist an Ideenreichtum kaum zu überbieten: Das Aufrollen der Story immer wieder von neuen Sichtweisen, in dem Evan versucht die Vergangenheit an verschiedenen Stellen entscheidend zu verändern ist dermaßen spannend, dass der begeisterte Cineast auf jeden Fall mitfiebert. Der Film ist atmosphärisch auf einem hohen Niveau angesiedelt, wirkt keine Sekunde aufgesetzt, teilweise jedoch kommen kleinere Logikfehler auf, die aber auch nur wirklich auffallen, wenn man die ganze Zeit mitdenkt und sich nicht bei einem Thema um „Zeitreisen“ vermeiden lassen. Das Mitdenken ist auf jeden Fall Pflicht, da der Film nicht zuletzt wegen seines enormen Facettenreichtums viele Intentionsmöglichkeiten offenlässt. Ashton Kutcher überzeugt in seiner ernsten Rolle durchaus und gemeinsam mit der ebenfalls hochklassig agierenden Amy Smart entwickelt sich ein tragisch-schönes Drama um Schuld, Liebe ohne Zukunft und Selbstopfer, das zwar nie sonderlich tiefgründig daherkommt und auch in Sachen Logik und Dynamik nicht ganz ausgereift erscheint, es aber dennoch fertig bringt, seine Gefühlswelt voll und ganz auf den Zuschauer zu übertragen.
Der Film zielt dabei immer wieder indirekt auf eine Frage ab, die man sich auch nach Betrachten des Films auch immer wieder stellt: „Was wäre passiert, wenn ich anders gehandelt hätte?“ Technisch brillant umgesetzt weißt der Film trotz seines geringen Budgets immer wieder erfolgreiche Parallelen zu Donnie Darko auf, die auch nicht vermieden werden können, da der Film einfach am Genreprimus nicht zuletzt wegen der Thematik angrenzt.
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