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Butterfly Effect (2004)
Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 06.10.2005, seitdem 558 Mal gelesen
Evan Treborn verlebt bereits in jungen Jahren eine Kindheit, die verstörender nicht sein kann:
Daddy sitzt in der geschlossenen Psychiatrie, der Vater seines Schwarms hat Kinderpornovorlieben und in anderen Situationen, die das Seelenleben eines jeden Kindes auf ewig zerstören würden sind Black Outs an der Tagesordnung. Erst Jahre später entdeckt der herangereifte Psychologie-Studi, dass er mit Hilfe seines Tagebuchs die hinterlassenen Lücken in seiner Vita via Zeitreisen ausfüllen kann um die Zukunft zu verändern. Was allerdings als Verbesserung der Gegenwart gemeint ist, entpuppt sich bei jeder Änderung der Vergangenheit nachträglich als Fehler! Die Folgen des Zurechtrückens der schlimmen Begebenheiten der Kindheit erweisen sich als noch fataler als die eigentliche Ausgangssituation.
Da macht der Michael J. Fox große Äuglein! Butterfly Effect ist eine astreine „Back to the Future“ Variation für Sadisten. Schon die Vorgeschichte um Evans tragische Erlebnisse, die nachher “korrigiert” werden, ist ziemlich harter Tobak, die mal locker für hundert brutalste Neurosen Stoff bieten können. Mögen auch die anfänglichen Verbesserungen der Vergangenheit auf den ersten Blick Vorteilhaft erscheinen, so währt das vermeintliche Glück nicht lange und die ungewollt herbeigeführten Entwicklungen explodieren wahrlich in ihren negativen Konsequenzen. Ob jetzt seine geliebte Kayleigh versehentlich getötet wird, zur prostituierten Junkiebraut mutiert oder er selbst ein Leben als Schwerstbehinderter führen muss: Der „Butterfly Effect“ schlägt gnadenlos zu. Was das Autorenduo Bress und Gruber hier für ihr gemeinsames Regiewerk gezimmert haben haut einem förmlich vor den Kopf mit seinen wuchtigen Schockresultaten. Klar, dass MTV Puker Ashton Kutcher nicht zu den talentiertesten Vertretern der schauspielernden Zunft zählt, doch das kompromisslose Skript macht eventuelle darstellerische Durchhänger wieder wett. Trotz kleinerer Logiklöcher in der Kinofassung und dem recht versöhnlichen Ende der Version bleibt ein ziemlich pessimistischer Höllentrip das Endergebnis. Doch erst der Director’s Cut, der neben weiteren erklärenden Szenen eine weitaus düstere Lösung der der aufgebrachten Probleme mit offenbart. Trotz Teenie-Formel und Mainstreamverbundenheit, ein schöner Popcornflick, der angenehm nett seinem Publikum in die Eier tritt.
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